WMR94 – Wie wir daran scheiterten die amerikanische Gesellschaft zu heilen

Heute war es mal wieder etwas ernsthafter. Wir beschäftigen uns mit dem Flug 9525 von German Wings und den medialen Reaktionen darauf. Von dort kommen wir zur verkürzten Kritik an der BILD-Zeitung und den verschworenen Mahnwichteln und Friedenswarriors mit Putinsympathien. Von hier ist es eh nur noch ein Katzensprung bis zu Fefes 10ten Blog-Geburtstag. Als Konsequenz gibt es dann eigentlich nur noch die Netzinnenpolitik zu fordern, bevor wir daran scheiterten die … naja, der Titel halt.

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22 Gedanken zu „WMR94 – Wie wir daran scheiterten die amerikanische Gesellschaft zu heilen

  1. Pingback: Die letzten und nächsten 24h, Dienstag, 14.04.2015 | die Hörsuppe

  2. Ich fand Max’ Ausführungen zur Kritik an Fefe’s Blog sehr erfrischend, weil sie eben sehr ausdifferenziert und begründet war. Das war mein Problem mit vielen Reaktionen auf den Bloggeburtstag, das unter anderem dazu geführt hat, dass ich Michaels Blogpost nach zwei Absätzen wieder geschlossen habe. Ich finde vor allen Dingen die Debattenkultur immer wieder erschreckend. Ja, Fefe vereinfacht, polarisiert, hat von vielem über das er schreibt objektiv betrachtet nicht die geringste Meinung. Wenn sich die Kritik daran aber anfühlt, als würde ein Eimer Kot über ihm ausgeschüttet – zu diesem Eindruck reichten bei mir schon die Überschriften bei Michaels Blogpost – ist das für mich im ersten Moment ebenso wenig satisfaktionsfähig, sodass ich für die inhaltlichen Argumente nicht mehr zugänglich bin. Dazu höre ich dann lieber Podcasts, wo doch häufig eine weitaus angenehmere Tonalität herrscht.
    Ich selbst bin gestehender Fefe leser, aber ich bin mir dann auch bewusst, welches Medium von welcher Person ich Konsumiere. Wenn er über Technik redet, steige ich meistens sehr schnell aus, weil ich es nicht verstehe. Wenn er skurrile News aus aller Welt kommentiert, Zusammenhänge aufzeigt die mir so noch nicht in den Kopf gekommen sind, schmunzele ich im Allgemeinen. Wenn er Themen angeht, von denen er offenbar nicht die geringste Ahnung hat – bestes Beispiel Feminismus – blättere ich weiter, denn es ist offensichtlich, dass er sich mit den grundlegenden Problemen nicht auseinandergesetzt hat.
    In diesem Kontext finde ich Max’ Ansatz wichtig anzuerkennen, dass nicht jeder Experte von allem sein kann. Zu Themen, von denen man keine Ahnung hat, schreibt man häufig Scheiss – jemandem, der nicht weiss, dass er da Scheiss schreibt und die Systematik nicht durchschaut, finde ich es schwer vorzuwerfen dass er dazu weiterhin seine Meinung kundtut.
    Natürlich steigt die Verantwortung mit der Zahl der Rezipienten. Gleichzeitig finde ich es aber schon auch berichtenswert, dass Fefe selbst im Rahmen des Jubiläums vermehrt darauf hingewiesen hat, dass er es nicht in Ordnung findet, wenn aufgrund seiner Blogposts Shitstorms losgetreten werden und so weiter. So wie man ihm mangelnde Selbstreflexion unterstellen kann empfinde ich die Äusserungen darüber, dass er das nicht intendiert und nicht gutheisst als Appell an seine Leserschaft als durchaus authentisch.

    Kurz noch zu dem Flugzeugunglück: Suchmaschint doch einmal “erweiterter Suizid” für psychologische Forschung etc zu diesem Phänomen.

    • Ja, ich fand Max’ Ausführungen auch gut.

      Michaels Text in der taz war dagegen kein Meisterstück. Zu oberflächlich, unlogisch und unangemessen im Ton. Die taz Leser/innen haben das auch entsprechend kommentiert.

      Das er sich wundert, das Fefe “der Arschlochnerd” (Zitat Michael) diesen Artikel nicht verlinkt finde ich etwas merkwürdig. Warum sollte er sich über Bande auf diese Weise beschimpfen lassen?

      Es riecht auch ein wenig nach Feigheit solch einen Text bei der taz zu veröffentlichen, obwohl es die Chance gab ihn direkt auf Fefes Blog zu posten. Wenn Krawall, dann bitte mit Eiern in der Hose und quasi “face to face”.

      Im Nachhinein wäre bei Michael ein etwas selbstkritischerer Ton bzgl. seines Artikels angebracht.

    • Ich fand Max Ausführungen auch sehr ausgewogen und nachvollziehbar. Merkwürdig war nur, das er Michaels Text nach eigener Aussage gut fand aber trotzdem recht viel daran auszusetzen hatte.

  3. Neo Magazin Fernsehnothilfe

    Also Jungs, ihr seht mich kopfschüttelnd…
    Mir scheint ihr wisst – wie viele andere – auch nicht Bescheid in der Sache #varoufake!

    Die einzigen, die die Wahrheit in dieser Sache gesagt haben, waren Varoufakis und Böhmermann!
    Varoufakis hat bei diesem Vortrag nie einen Stinkefinger gezeigt und Böhmermann hat das Video gefälscht!

    Böhmermanns Redaktion hat in seiner „kleinen gebührenfinanzierten Loser-Show“ im Spartensender ZDF NEO nicht zum ersten Mal ein Video gefälscht, bei Youtube hochgeladen und darauf gewartet, dass es von irgendeiner Redaktion gefunden und gesendet wird.

    Wenn ihr es nicht glaubt, schaut doch einfach bei Youtube nach.
    In dem Film sieht man nicht nur das Original und die Version mit dem Stinkefinger, sondern auch eine Version mit Zeigefinger.

    Varoufakis and the fake finger #varoufake | NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann – ZDFneo
    [https://youtu.be/Vx-1LQu6mAE]

    Beleidigt ist die Bildzeitung doch nur, weil sie einen Experten nach der Echtheit des Videos befragt hat. Er hat bestätigt, dass das Video echt ist…
    Somit wurden die Bild-Zeitung, aber vor allem die Jauch-Redaktion am Nasenring durch die Manege geführt!!!

    Den ersten Coup hat Böhmermann übrigens Anfang des Jahres gegen Raab gelandet:

    “Blamielen odel Kassielen” oder “TV Total vs. NEO MAGAZIN mit Jan Böhmermann” – ZDFneo
    [https://youtu.be/wmGYbeywqC8]

    Sieh’s mal NEO!

  4. Es schien mir, als ob Max Fefe das abspricht, was sich traditionelle Medien explizit zur Verantwortlichkeit machen: Meinungsbildung. Ich denke schon, dass dem so ist.
    Im gleichen Sinne ist es für mich nicht verwunderlich, dass moment so intensiv die Lügenpresses(tm) beschworen wird, um die Leser auf eigene, meinungsbildende Plattformen ziehen zu können.

    Fefe erzeugt keine Meinung aber er formt sie. Indem er täglich ein in sich kohärentes Meinungsbild anbietet und mit zusätzlichen Informationen argumentativ ausrüstet. Und dieses Bild ist nach eigener Erfahrung leider aggressiv, einseitig und exklusiv.

  5. Die amerikanische Gesellschaft wollt ihr heilen? “Heilen”? Auweia, das klingt ja direkt biologistisch. Ist sowas im Seemann-Seeliger-Universum nicht mindestens latent-rechter Antiamerikanismus? Krypto-anarchistischer Antizionismus? Oder was halt grad passt?

    Meine IP zu blocken könnt ihr euch sparen. Ich spare mir im Gegenzug das Klicken, mir gruselt schon seit geraumer Zeit von euren schwachbrüstigen (oh Gott, er hat ‘Brüste’ gesagt!) Argumentationen. Keine Ahnung, warum ich euch überhaupt noch im podcatcher hatte die letzten Jahre/Monate.

  6. Ein tatsächliches Argument im Sinne einer schlüssigen Argumentation, nicht einer akzeptablen Behauptung, wie hier oftmals gleichgesetzt wird, wäre bei der Fefe-Geschichte ein objektiver kategorischer Imperativ, nach dem Blogger für die Meinung ihrer Leser haften. Sowas scheint mir unter Beibehaltung von Meinungsfreiheit allerdings nur aus der Luft gegriffen werden zu können.

    Zudem erscheint es mir maßlos, die Blödzeitung mit ihrer politischen Agenda methodisch so kleinzureden, dass sie zu den sicherlich nicht um Objektivität streitenden Einträgen von Fefe passt.

  7. 3 kleine Anmerkung von jemandem, der im Cockpit arbeitet:

    Die Tür ist eine der ganz wenigen sinnvollen Dinge, die aus 9/11 erwachsen sind. Sie abzuschaffen wäre reiner Aktionismus von Leuten, die keine Ahnung von der Thematik haben.

    Bei vollautomatischen Flugzeugen, würden jeden Tag Duzende runterfallen. Nicht nur heute, sondern auch in 50 Jahren. Auch die Bemerkung, dass jedes neue System das Fliegen sicherer macht, berücksichtigt nicht wie viele vom Computer induzierte f…ups von uns jeden Tag ausgebügelt werden müssen. Je “moderner” das Fluggerät wird, desto schlimmer wird das. Einige Situationen lassen sich einfach nicht vorprogrammieren. Und zum Thema pilotenloses Flugzeug: Ich kenne keinen Kollegen, der sich als Passagier in ein solches Flugzeug setzen würde. Gleiches gilt für Flugzeuge, die im Notfall vom Boden aus übersteuert werden können.

    Es ist international üblich, dass die Staatsanwaltschaft sich nicht in Flugunfalluntersuchungen einmischt. Das Vorgehen bei diesem Fall hat mich schon sehr gewundert.

    • Ich halte jede Wette, dass das Thema “Computer die Flugzeuge fliegen” schon lange vorm Ablauf von 50 Jahren ein lange abgefrühstücktes Thema sein wird. Piloten in Flugzeugen werden in 50 Jahren so eine Ausnahme sein, wie Pferdekutschen auf heutigen Straßen. Und: natürlich wird keiner deiner Kollegen in einem dieser Flugzeuge sitzen. Das ist ja die Idee bei der Sache! 😉

      • Alright. Dann lass uns mal den Wetteinsatz definieren. In 50 Jahren fliegt die nächste oder bestenfalls übernächste Generation von Flugzeugen. Die werden sich nicht besonders von heutigen Modellen unterscheiden. Airbus & Boeing sind sich wohl bewusst, dass derjenige, der zuerst einen Drohnenairliner verliert, vom Markt verschwinden wird. Davon ab, kann ich mich nur wiederholen: Mit jedem “Upgrade” der Bord IT seit ihrer Einführung besonders seit den 80ern sollte alles viel sicherer und einfacher werden. Und in 99% der Zeit hat das auch funktioniert. Das restliche 1% bekommen die Herren am Boden aber nicht unter Kontrolle. Einzig die Anzahl der Ausfallarten steigt mit jeder Generation. Jetzt im state of the art Cockpit sehen wir computerinduzierte Fehler, die uns niemand von der Technik mehr erklären kann. Wenn der Fehler beim nächsten Flug nicht genau so wieder auftritt, wird er ignoriert und uns überlassen. Und das tut er natürlich nicht. Es gibt inzwischen genug Fehler, um die ganze Karriere durch bei jedem Flug einen anderen zu sehen. Und überlege Dir mal, was es bedeuten würde, wenn 1% der Flüge abstürzen würde. Selbstfahrende Autos oder Züge, vermutlich sogar Spaceprobes sind Pillepalle verglichen mit einer 200 Tonnen Drohne, die auf eine Gewitterfront über dem Pazifik zusteuert. Am besten noch mit einem Glitch, einem ausgefallenen Sensor und einem Com/GPS Abbruch (Alles schon gesehen. Auch gleichzeitig). Selbst wenn die Technik mit der geforderten Sicherheit machtbar wäre, würde die Mehrheit der Passagier nicht wegen 5 Euro so ein Risiko eingehen. Und das Risiko würde Ihnen dann schon zur genüge von der Konkurrenz vor Augen geführt werden.

        P.s.: Ich hatte geschrieben, dass sich kein Kollege als Passagier in ein solches Luftfahrzeug setzen würde.

        • Okay. Ich sage: 2 Kästen Bier (scheint mir sicherer zu sein als irgendwelche Währungen.) Bekommst du wenn es in 50 Jahren keine nennenswerte Verbreitung von echten Autopiloten (also Cockpit ohne menschliche Piloten) gibt. Bekomme ich sobald 50% der Flugzeuge so fliegen. Deal?

          Die Argumentation mit den “die Kunden würden niemals…” habe ich zu oft gehört: von Buchhändlern, von Zeitungsverlagen, vom Einzelhandel, von Reisebüros, Banken… Sie alle hatten unrecht. Ich glaube, es wird in 50 Jahren mehr Menschen geben die sich weigern zu einem menschlichen Piloten ins Flugzeug zu steigen als zu einem Computerpiloten. Wenn man mit dem selbstfahrenden Auto zum Flughafen gekommen ist, warum sollte man dann beim Flug auf einen menschlichen Piloten bestehen. Die automatische Steuerung wird vermutlich aus einer anderen Richtung kommen als du vermutest: aus der Drohnensteuerung. Die fliegen jetzt schon weitgehend autonom und komplett ferngesteuert. Und dank des praktisch unlimitierten Budgets des amerikanischen Militärs können die jetzt in ruhe sicher genug gemacht werden und können dann einfach in Flugzeugen installiert werden. Und Drohnen werden in wenigen Jahren in zivilen Bereichen so alltäglich sein wie sie es jetzt im militärischen sind.

          PS: mir war das mit den Kollegen als Passagiere natürlich klar, aber einfach ein zu schöner Elfmeter um ihn nicht zu treten.

          • Sagen wir 20 Kästen. Und Du gewinnst, sobald 1% der regulären Airlineverbindungen umgestellt sind. So sicher bin ich mir dann doch. Deine Beispiele das Kundenverhalten betreffend sind in diesem Fall nicht eins zu eins übertragbar, weil es hier nicht um einfaches Konsumverhalten (in allen diesen Fällen hat es mich nicht eine Sekunde gewundert. Und ich persönlich habe über die Möglichkeiten gejubelt), sondern um ein sehr angstbesetztes Thema geht. Flugangst ist weiter verbreitet, als man meinen möchte.

            Das Militär entwickelt komplett unbemannte Drohnen und hat dabei ganz andere Sicherheitsmargen, als die zivile Luftfahrt. Noch nicht mal die bemannte Militärfliegerei könnte Teile in die Zivile überführen. Außerdem fliegen die nur bei schönstem Wetter. Es geht hier nicht darum, ob es technisch möglich ist. Es geht darum, ob man mit dieser Technik die Quote von einem hull loss auf x Millionen Passagierkilometer halten kann.

            P.s.: Elfmeter? Fussball ist für Mädchen. 😉

          • Okay, 20 Kästen. 🙂 Ich habe all deine Einwände gehört und bin mir sicher jeder deiner im Augenblick noch totalvaliden Einwände wird fallen. Erst recht in einer Zeitspanne von 50 Jahren.

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