WMR10 – Wieso steht hier Bier?

In der ungefeierten Jubiläumsfolge unseres kleinen Podcasts geht es neben vielen anderen Dingen um amerikanisches Bier, Ketten, Katzen, Homöopathie, Rauchen, Religion, Rundfunkstaatsverträge, Wale, Kanada, Android, das iPhone und viele andere Dinge.

Zur Abwechslung haben wir ein paar klitzekleine technische Probleme versteckt, wer sie findet darf sie behalten.

Viel Spaß!

22 Gedanken zu „WMR10 – Wieso steht hier Bier?

  1. Mal wieder schön euer selbst gebasteltes Gelaber zu hören!

    Irgendwie war es verwirrend mspro so komisch dumpf zu hören – kleiner Hinweis : den ganzen Podcast ein wenig lauter

    Die Diskussion über New York und über das Android war interessant zu hören, wenn man sich sonst nicht damit beschäftigt. Freu mich direkt auf die nächste Folge

  2. Das stimmt! Ich hab verzweifelt versucht, den Death Grip hinzubekommen. No way (Zufällig ging mal bei einem kräftigen Griff der Balken gar nach oben). Aber das ist echt keine Besonderheit. 0,5% iPhone4-Besitzer, die bei Apple beanstandet haben, ist nun wirklich nicht viel. Softwaretechnisch gibt es aber schon noch ein paar Dinge, die mich nerven (man kann Programme, die im Vordergrund sind nicht killen, die Icons im AppStore sehen verpixelt aus, ..).
    Ich hab übrigens trotzdem den kostenlosen Bumper bestellt. Was vom Ablauf her ganz gut geht.

  3. Pingback: Warum die Löschaktion der ARD zu begrüssen ist | Beimnollar (aka @holadiho)

  4. Ich höre gerade euren Podcast und finde es spannend wie ihr über Homöopathie denkt.
    Ich habe ein sehr ambivalentes Verhältnis zu diesem Thema. 
    Normalerweise schätze ich die empirischen Wissenschaften und ihre Erfolge sehr hoch.
    Beim Thema Homöopathie geht es mir da nicht anders. 
    Ich glaube Wikipedia und dem spiegel Artikel wenn sie mir sagen, dass homöopathie Schwachsinn ist.
    Leider passen meine persönlichen Erfahrungen nicht zu diesen Erkenntnissen. 
    In den Studien wird immer davon geredet, dass jeder homöopathischen Behandlung ein 1 stündiges Gespräch vorangeht und dass sich die „Ärzte“ intensiv mit dem Patienten auseinandersetzen und ihm zuhören. 
    Ich behandle meine Beschwerden aber selbst mit sündhaft teuren homöopathischen Mitteln. 
    Das heißt, obwohl ich Zweifel an der Wirksamkeit habe, helfen mir diese Mittel.
    Wie jeder, der homöopathische Mittel einsetzt habe ich auch noch ein paar Stories die ich euch aber erspare.
    Eckart von Hirschhausen hat auf dem Kirchentag 2010 gesagt, dass 50% der Wirkung jedes Medikamentes auf den Placebo Effekt zurückzuführen ist. 
    Ich denke das ist es was auch die homöopathischen Medikamente ausmacht. 
    Der Placebo Effekt und etwas Zeit sind es, was die meisten Krankheiten heilt.
    Deshalb nehme ich bei kleinen Beschwerden homöopathische Mittel und bei schweren Krankheiten die großartigen Errungenschaften der modernen Medizin. 

  5. Pingback: Angelegenheiten - Heile und terrsche

  6. Vorweg: Ich lehne Homöopathie vollständig ab und finde (auch wenn das nicht viel in den Gesamtetats der Krankenkassen ausmacht) sie sollte nicht von Krankenkassen getragen werden.

    Ich würde @mspro zustimmen, dass der Stil vieler „Homöopathiehasser“ in dieser Diskussion absolut indiskutabel ist, allerdings macht das die sachliche Kritik an Homöopathie nicht weniger richtig. @mspro kritisiert weiterhin die besserwisserische und aus seiner Sicht arrogante Attitüde der Homöopathiegegner.
    Ich aus meiner Wahrnehmung würde diese bedingungslose Fundamentalopposition gegen Homöopathie eher als Verzweiflung verstehen. Die Verzweiflung darüber, dass wir uns im Jahre 2010, nach über 200 Jahren, noch immer damit beschäftigen müssen und die Aufklärung gegen Esoterik und Aberglauben kaum Fortschritte macht.

    Als Naturwissenschaftler (in meinem Fall Physikochemiker) ist es unglaublich frustrierend zu sehen, dass an sich intelligente und vernünftige Menschen an Homöopathie glauben, der „Schulmedizin“ (ein ideologisch gefärbter Begriff der Alternativmedizin Befürworter) oft jegliche gute Absicht absprechen, von „Chemiekeulen“ gesprochen wird und allgemein die Naturwissenschaft esoterischen Weltbildern gleichgesetzt wird, was ich aus meiner Sicht als direkten Angriff auf mich persönlich werten muss. Wenn jemand sagt, „Homöopathie wirkt“ sagt er damit gleichzeitig, dass große Teile der Physik und im Grunde die gesamte Chemie fundamental falsch liegen müssen und dass alle Chemiker bislang nur zu verblendet oder dumm waren diese Fehler zu sehen, denn eine funktionierende Homöopathie und Chemie schließen sich logisch vollkommen aus. Es kann hier nur eine korrekte Antwort geben.

    Ich glaube mein zentraler Kritikpunkt an Eurer Diskussion im Podcast ist, dass es so wirkt als ob die Frage „wirkt Homöopathie?“ ein stückweit verhandelbar sei. Aus meiner Sicht gibt es im Wesentlichen zwei Typen von Fragestellungen: Einerseits Fragen über die man geteilter Meinung sein kann, die mit individueller Wahrnehmung, Geschmack oder moralisch / politischen Weltbildern zu tun haben: „Ist das Bild schön oder nicht?“, „Ist es zu warm?“ oder auch „Sind Frauen gleichwertig?“. Dann gibt es aber Fragestellungen die eine Antwort haben die in der Realität „da draußen“, die also außerhalb unseres Geistes liegt sozusagen: „Was wiegt ein Proton?“, „Welchen Wert hat Pi? oder „Wie groß ist der durchschnittliche Abstand Erde-Mond?“.
    Auf diese Fragen gibt es richtige (natürlich immer im Rahmen gewisser Fehlertoleranzen und Messungenauigkeiten) aber eben auch klar falsche Antworten.

    @mspro stört sich daran, dass Homöopathiegegner die Gläubigen als „dumm“ bezeichnen. Dieser Begriff ist in der Tat beleidigend und der eigenen Sache wahrscheinlich nicht dienlich. Ich frage mich aber, wie man Menschen nennen soll, die auf einen Streich komplette Naturwissenschaften mit dem Glauben an eine mehrfach widerlegte Annahme (eben der Homöopathie) falsifizieren wollen, die zudem so ganz offenkundiger Unsinn ist, ohne einen einzigen belastbaren Hinweis auf die Korrektheit dieser Annahme zu haben.
    Homöopathie ist eben keine Glaubensfrage so wie Religion, sondern Homöopathie findet in unserer Realität statt und ist damit nicht verhandelbar, sondern funktioniert eben oder eben nicht, was man mit wissenschaftlichen Methoden ermitteln kann.

    Ich glaube, esoterische Vorstellungen (zu denen ich auch Homöopathie zähle) sind auf dem Vormarsch und dem muss man aus meiner Sicht entgegen wirken. Besonders stört mich die Entwicklung in den Medien, dass man immer eine gewisse „Balance“ halten muss bei solchen Themen. Anstatt dass klar unwissenschaftliche und unplausible Aussagen also solche dargestellt werden, müssen wissenschaftliche Vertreter sich mit Esoterikern auseinandersetzen und vor diesen rechtfertigen und verteidigen.

    Vor diesem Hintergrund bin ich wirklich froh jemanden wie Holgi im ÖR zu haben, der sein bisschen Öffentlichkeit als offensiver Vertreter der Vernunft nutzt um der Wissenschaftsfeindlichkeit in diesem Land ein wenig entgegenzuwirken.

    Ich finde sein geflügeltes Wort mit dem „Mond aus Käse“ trifft es gut auf den Kopf: Die Aussage, der Mond sei aus Käse wir so gut wie niemand als valide und diskussionswürdig akzeptieren, jemand der das wirklich glaubt würde man entweder als zumindest höchst naiv bezeichnen. Homöopathie ist zwar durchaus komplexer zu überblicken, aber ebenso unsinnig und unplausibel wie die Aussage „der Mond ist aus Käse“.

    Dass es noch immer so viele Gläubige gibt und Homöopathie als gleichwertig zur Medizin dargestellt wird ist eine Niederlage für die Naturwissenschaften und auch für mich persönlich. Wir, die wissenschaftliche Community sollte in sich gehen und eine effiziente und auch offensive Aufklärung versuchen.

    Ansonsten:
    Vielen Dank für den Podcast, es ist immer wieder interessant (wie auch die Märchenstunde immer wieder sehr unterhaltsam ist).
    Sobald ich das mit meinem Flattr Account auf die Reihe bekommen habe wird sich das auch auf wir.müssenreden auswirken.

    Gruß

  7. Also ich bin selbst Atheist aber ich mag Dawkins nicht. Ich finde er betreibt den Atheismus fast religiös, und das gefällt mir natürlich überhaupt nicht. Wenn es einen Atheisten gibt den ich wirklich mag dann ist das Stephen Fry. Und David Mitchell. Und Dara Obrian.

    In diesem Zusammenhang:

  8. @dystopic:

    Wenn Du einen Angriff auf die Wissenschaft als einen Angriff auf Dich persönlich wertest – das klingt so, als ob Du Dich mit der Wissenschaft gleichsetzt. Solche Gleichsetzung von Ideen und Menschen macht einen eher ideologischen denn einen wissenschaftlichen Eindruck.
    Ich denke, dass diese Herangehensweise wenig konstruktiv ist, denn damit bringt man die Wissenschaft ja tatsächlich auf eine Ebene mit Esoterik/Religion/Ideologie!

    Natürlich würde ich Dir in einigen Punkten zustimmen. Dabei ist das Beispiel Homöopathie ja eigentlich eher harmlos. Es gibt wahrlich wichtigere Fragen, wie z.B. den Klimawandel. Und da ist es dann – wie Du beschreibst – wirklich ärgerlich, wenn aus falsch verstandener Ausgewogenheit in den Medien der Wissenschaft gleiches Gewicht wie Lobbyorganisationen eingeräumt wird.

  9. @xbg: Wenn er als Naturwissenschaftler einen Großteil seines Lebens in das Lernen und verinnerlichen von naturwissenschaftlichen Prinzipien steckt, kann ich gut nachvollziehen, dass er sich persönlich angegriffen fühlt, wenn jemand mit einem Fingerstreich diese Arbeit für nichtig erklärt.

  10. Ich habe diese Frage bereits oft gestellt, aber ich werde sie hier noch einmal wiederholen: Wenn der Effekt der Homöopathie nachweislich nur ein Placebo-Effekt ist, ist das nicht super? Ich meine, wir können eine heilende Wirkung nachweisen, ohne teure chemisch hergestellt Medikamente einsetzen zu müssen. Von den Auswirkungen dieser Medikamente auf den menschlichen Körper mal ganz zu schweigen.

    Ich verstehe nicht, warum so viele Menschen der Wissenschaft einen Selbstzweck zusprechen. Primär sollte die Wissenschaft doch das Leben der Menschen verbessern. Und wenn bestimmte Menschen sich mit Esoterik besser fühlen, muss dann die Wissenschaft wirklich versuchen, diese Vorstellungen systematisch zu widerlegen, nur weil sie es kann? Was ist mit Leuten, die unter unheilbaren Krankheiten leiden, würdest du ihnen wirklich diese „irrationalen“ Zufluchtsorte nehmen, die es ihnen ermöglichen, mit ihrer Situation zurecht zu kommen? Und was ist mit Religionen? Sie geben Millionen Menschen Halt in ihrem Leben und verhindert jährlich wahrscheinlich tausende Selbstmorde. Dabei kann man viele ihrer Thesen wissenschaftlich widerlegen.

    Die Wissenschaften sind weder perfekt noch ein Allheilmittel. Es geht nicht darum, was man mit ihnen alles machen kann, sondern was man mit ihnen auch machen sollte.

  11. @T-Moe: selbst wenn Relligion jedes Jahr tausende Selbstmorde verhindert bezweile ich stark, dass diese die millionen Religiös motivierten Tote in Anschlägen und Kriegen, die AIDS Toten die es nur wegen religiös verbotener Verhütung gibt, die tausenden, die wegen religiöser Beschneidungen etc. wieder ausgleicht.

    Ja, ich würde unheilbar Kranken ihre irrationalen Zufluchtsorte nehmen, weil ich es für falsch halte, jemanden in dem Glauben zu lassen, das schon alles wieder gut würde wenn es das nicht wird. Ich halte es für falsch, weil es verhindert, dass dieser Mensch Entscheidungen selbstbestimmt treffen kann.

    In deinem Verlgeich zwischen Placebos und klassischer „chermisch hergestellter“ Medikamente, vergisst du natürlich einiges: zum einen: es ist ja nicht so, als würde die klassische Medizin den Placebo-Effekt nicht kennen und nutzen. Jedes Medikament auf dem Markt wird auch auf den Placebo-Effekt hin optimiert.

    Zum anderen: während der Arzt neben Placebos auch noch „richtige“ Medikamente verschreiben kann, hat der Homöopath im Zweifelsfall nur das Placebo da.

  12. @343max:

    Wenn ich eine Mohammed-Karikatur zeichne, fühlen sich Leute angegriffen. Wenn ich auf eine Deutschlandfahne pinkle, fühlen sich Leute angegriffen. Die Vorstellung, das Verhältnis zu einer Idee zu regulieren, mag es bei Religion oder Nation geben. Aber wenn man versucht, das auf Wissenschaft zu übertragen, dann läuft doch was schief. Wissenschaft verträgt sich nicht mit einem totalitären Anspruch.

  13. @xbg: Wer spricht denn von einem totalitären Anspruch? Da ist etwas, das ist falsch. Nicht aufgrund irgendeines Bauchgefühls falsch, sondern objektiv, messbar falsch.

    Es probiert niemand „das Verhältnis zu einer Idee“ zu regeln, sondern nur die Idee an sich zu bewerten. Das Ergebnis dieser Bewertung ist bei Homöopathie: Falsch und damit Bullshit.

    Wieso soll man sich nicht angegriffen fühlen, wenn jemand die Prinzipien für die man steht angreift und leugnet? Und zwar wider guter Argumentation leugnet?

  14. Ich denke max hat es schon ganz gut auf den Punkt gebracht, ich versuche es noch etwas aus meiner Sicht zu präzisieren:
    Ich wollte ja vor allem erklären warum manche Esoterik / Homöopathiegegner relativ schnell sehr offensiv bis aggressiv werden.
    Wissenschaft, vor allem Naturwissenschaft ist in meinen Augen keine „Idee“ in dem Sinne wie Religion oder politische Ideologien. Mohammedkarikaturen und Flaggen sind vollkommen austauschbare Symbole, die nur für Menschen eine kulturelle Bedeutung haben. Dieser Symbolgehalt ist ein typisches Beispiel für einen Gegenstand bei der die objektive Frage nach korrekt/inkorrekt bzw. richtig/falsch keinen Sinn macht. Eine Flagge kann für verschiedene Menschen Hassobjekt oder Triumphsymbol sein und beide Ansichten können für die einzelnen Individuen vollkommen valide sein. Es handelt sich um eine reine Gefühlsfrage.

    Wie xbg absolut richtig bemerkt, ist eine autoritäre Reglementierung wie man bestimmte Symbole oder Ideen der oben beschriebenen Art zu lesen hat, durchaus üblich und verbietet sich für die Wissenschaft.
    Wissenschaft, die per Regulation durchgesetzt wird, ist keine. Ich möchte nochmal klarstellen das ich selbstverständlich nicht der Meinung bin, dass es eine staatliche oder gesellschaftliche Reglementierung geben sollte.
    Andererseits ist Wissenschaft in gewisser weise natürlich schon „totalitär“, einfach weil die Welt in der wir leben ganz offensichtlich nicht für jeden Menschen individuelle Naturgesetze vorsieht. Das bedeutet natürlich, dass die Physik beispielsweise sich in „totalitärer“ Art aufgemacht hat die Masse eines Protons zu bestimmen. Wenn nun jemand auftaucht der sagt: „Ein Proton wiegt 20g“ dann ist das schlicht falsch, nicht falsch weil Wissenschaftler das sagen, sondern falsch weil hunderte von Experimenten, welche die Protonenmasse auf völlig verschiedene Art ermitteln konsistent etwas anderes ergeben.
    Nun gibt es zwei Möglichkeiten: der „Kritiker“ mit den doch deutlich zu schweren Protonen beschäftigt sich mit der Theorie, macht die Experimente in seinem Labor und falsifiziert so seine These, oder er beharrt auf seiner These und sagt sinngemäß „Mir egal was die (engstirnige, dogmatische) Physik sagt: Protonen wiegen 20g“
    Die logische Konsequenz dieser Aussage ist aber, dass die Physiker welche 1.67e-27g als Protonenmasse ermittelt haben zu verblendet, dogmatisch, blöd, faul oder unfähig waren ihre Experimente richtig zu machen und nahezu die gesamte Physik falsch ist.
    Ich finde nur menschlich, dass man sich dann von so jemandem, der solche Thesen ohne belastbare Hinweise aufstellt durchaus angegriffen fühlen kann als Naturwissenschaftler.

    Genau das machen Homöopathen: Sie haben keine belastbaren Hinweise für ihre These, ignorieren konsequent alle Inkonsistenzen im eigenen Gedankengebäude und glauben große Teile der Naturwissenschaften, denen sie Dogmatismus vorwerfen, im Handstreich widerlegen zu können. Damit sagen sie gleichzeitig indirekt auch, dass ich Unsinn studiert habe und im Grunde zu blöd bin das zu merken.

    @t-moe:
    Ich finde durchaus Wissenschaft ist zum Teil auch Selbstzweck, der Drang nach Erkenntnis scheint den Menschen innezuwohnen.

    Mein Hauptproblem mit Homöopathie und Esoterik ist, dass diese ein irrationales, unlogisches, wissenschaftsfeindliches und aus meiner Sicht unvernünftiges Denken fördern, welches ich letztlich für schädlich halte.
    Statt sich der diversen Selbsttäuschungsmechanismen des Verstandes bewusst zu werden und diese so weit es geht zu überwinden, verhindert es diese Bewusstwerdung.
    Nebenbei sterben durchaus mit gewisser Regelmässigkeit gläubige Homöopathen unnötigerweise an heilbaren Krankheiten.

    Die anderen von Dir aufgeworfenen Fragen sind politisch und ethisch. Ich persönlich sehe dies grundsätzlich ähnlich wie max, allerdings gibt es natürlich Situationen in der derartige Angriffe auf geistige Zufluchtsorte unangebracht sind.

  15. @343max @dystopic:

    Ich reduziere das mal auf eine Kernaussage, auf die ich mich beziehen will:

    „Wieso soll man sich nicht angegriffen fühlen, wenn jemand die Prinzipien für die man steht […] leugnet?“

    Sobald jemand an Homöopathie glaubt, leugnet er (nach Argumentation von @dystopic) die Prinzipien der Wissenschaft. Ich gehe mal davon aus, dass das dann gleichermaßen auch für Leute gelten muss, die an einen Gott glauben. D.h. Ihr fühlt Euch von jedem Homöopathen und jedem Gläubigen auf der Erde persönlich angegriffen! Nur weil sie glauben. Sorry, aber das kanns doch nicht sein.

    Zumal hinzukommt, dass die meisten Homöopathen und Gläubigen überhaupt nicht viel Naturwissenschaften haben – solange sie dem nur ihr Glaubenssystem nicht unterwerfen müssen.

  16. Kleine Korrektur:

    Zumal hinzukommt, dass die meisten Homöopathen und Gläubigen überhaupt nicht viel GEGEN Naturwissenschaften haben – solange sie dem nur ihr Glaubenssystem nicht unterwerfen müssen.

  17. Zitai:
    „Sobald jemand an Homöopathie glaubt, leugnet er (nach Argumentation von @dystopic) die Prinzipien der Wissenschaft.“

    Indirekt schon ja, denn beide Seiten können nicht recht haben.

    „Ich gehe mal davon aus, dass das dann gleichermaßen auch für Leute gelten muss, die an einen Gott glauben. D.h. Ihr fühlt Euch von jedem Homöopathen und jedem Gläubigen auf der Erde persönlich angegriffen!Nur weil sie glauben. Sorry, aber das kanns doch nicht sein.“

    Nein das ist ein Fehlschluss. Wie ich oben schon versucht habe darzustellen ist „Gott“ das Paradebeispiel für eine Fragestellung die sich prinzipiell der Naturwissenschaft entzieht, da „Gott“ per Defnition außerhalb oder über der erfahrbaren Welt steht. Die Naturwissenschaft kann keine Aussage über einen Gott machen, daher schließt sich Naturwissenschaft und Gottesglaube auch nicht aus. Es gibt genügend gläubige gute Naturwissenschaftler. Ich selbst bin zwar Atheist, allerdings nicht aus wissenschaftlichen Gründen und fühle mich als Wissenschaftler auch nicht prinzipiell durch einen Gläubigen angegriffen.

    Homöopathie ist aber eben keine individuelle Glaubensfrage wie Gott, der sich einer wissenschaftlichen Behandlung prinzipiell entzieht, sondern sie ist Teil der erfahrbaren Welt und damit wissenschaftlich überprüfbar. Diese Prüfung hat gezeigt, dass Homöopathie keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung hat und damit schlicht wirkungslos ist.
    Wer jetzt behauptet, dieses Ergebnis sei falsch, ohne den kleinsten belastbaren Hinweis für diese These zu haben, greift auch mich indirekt an, denn er wischt große Teile von Physik, Chemie und Biologie einfach hinweg.
    Das an sich gar nichts verwerfliches, Umwälzungen und neue Theorien gehören zum Wesen der Wissenschaft. Pseudowissenschaften wie die Homöopathie, versuchen die Wissenschaft zu falsifizieren, obwohl wirklich alle belastbaren Ergebnisse gegen sie sprechen.
    Plastischer und persönlicher formuliert:
    Ich fühle mich durch Leute angegriffen, die, obwohl alle experimentellen Ergebnisse gegen sie sprechen und sie kein konsistentes alternatives Erklärungsmodell haben, trotzdem auf ihrer Meinung beharen und (oft indirekt) sagen: „Ihr Wissenschaftler seid zu dumm / vebohrt die Wahrheit anzuerkennen“

    „Zumal hinzukommt, dass die meisten Homöopathen und Gläubigen überhaupt nicht viel gegen Naturwissenschaften haben – solange sie dem nur ihr Glaubenssystem nicht unterwerfen müssen.“

    In der Esoterischen / Alternativmedizinischen Community ist definitv bei vielen Mitgliedern ein stark wissenschaftsfeindlicher Geist zugegen.

    Davon abgesehen gibt es aber einfach Glaubensinhalte die, obwohl Leute daran glauben, trotzdem objektiv falsch sind.
    Um das (zugegbenermaßen etwas polemische) Beispiel von Holgi nocheinmal zu bemühen: Wir müssen uns der Tatsache dass der Mond aus Stein und nicht aus Käse ist unterwerfen, ganz egal welches Glaubenssystem wir haben. Ich denke es ist nachvollziehbar, dass ich als Naturwissenschaftler nicht akzeptieren kann, wenn jemand an eine übergroße Käsekugel im Weltraum glaubt.
    Bei Homöopathie ist die Inkorrektheit natürlich nicht so offensichtlich, aber die prinzipielle Situation ist die gleiche.

  18. @dystopic:

    Ok, Dein vorher gemachter Unterschied zwischen Religion und Homöopathie war mir entgangen. Diese Erklärung kann ich halbwegs nachvollziehen. Nur halbwegs, weil es bei Religionen ja nun auch nicht nur um überirdisches geht. In der christlichen Religion spielt z.B. auch der Glaube an einen Toten, der große Felsbrocken verschieben kann und eine wundersame Vermehrung von Fischen eine Rolle. Ich werde noch ein bißchen grübeln über das Konzept „der Physik entzogen“ und die Auswirkungen des Unterschieds zwischen falsifizierbar und nicht verifizierbar. Deine Ausführungen scheinen mir erstmal konsistent.

    Mich beschäftigt noch, dass man da die Grenzen da nicht immer ganz sicher ziehen kann – vor allem in der Medizin. Immerhin handelt es sich nur um statistische Aussagen, was eine „Bit-Genauigkeit“ ausschliesst. Auch aus diesem Grund, aber auch generell wird mir das Konzept „sich persönlich angegriffen fühlen“ in dem Zusammenhang aber vermutlich trotzdem weiter fremd bleiben. Danke für die Ausführungen!

  19. “ Nur halbwegs, weil es bei Religionen ja nun auch nicht nur um überirdisches geht. In der christlichen Religion spielt z.B. auch der Glaube an einen Toten, der große Felsbrocken verschieben kann und eine wundersame Vermehrung von Fischen eine Rolle.“

    Genau diese Glaubensinhalte sind aus wissenschaftlicher Sicht natürlich als inkorrekt anzusehen. In der christlichen Religion ist ja auch die Tendenz zu erkennen, dass man die Aussagen immer mehr als metaphorisch versteht, bzw. auch verstehen muss, weil die Naturwissenschaften viele Aussagen der Bibel (Erdalter, Entstehung der Erde etc.) falsifiziert hat.
    Wenn ein evangelikaler Christ beispielsweise vertritt, die Erde sei erst ein paar tausend Jahre alt, ist das aus meiner Sicht genauso falsch wie die Behauptung Homöopathie würde wirken oder der Mond sei aus Käse.

    Das alles schließt die Existenz eines Gottes natürlich nicht aus.

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