WMR95 – Selbstbrauendes Bier

Dies könnte vielleicht der letzter WMR für eine gewisse Zeit sein. Bei Max’ Leben wird sich jetzt einiges ändern und wie sich das auf unseren Podcast aufwirkt, können wir nicht vorhersehen. Deswegen genießt diese Folge. Ladet sie 2, 3 vielmal herunter und hört sie rauf und runter. Tretet hinaus in die Welt und verkündet die frohe Botschaft und tanzt auf den Straßen! Wir machen das doch auch jeden Tag! Aber vor allem Hört!

Unser heißer Dank für die Shownotes gebührt dieses Mal antonioinotna und @schmittlauch!

  • Schwangerschaft, Hausgeburt oder doch ins Krankenhaus? Welche Position während der Geburt? Jeder weiß es besser.
  • “Geburt ist ein Battlefield” (Max)
  • besonders besorgte Eltern in den USA – Kinder besteigen Klettergerüste mit einer Hand am Elternteil
  • Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Kindern über die letzten Generationen http://www.dailymail.co.uk/news/article-462091/How-children-lost-right-roam-generations.html
  • This American Life zu Sozialhilfe in San Francisco

re:publica 2015 16:47:09

Vortrag von Michael Seemann und Sebastian Gießmann: “Von der Netzwerk- zur Plattformgesellschaft” 17:12:39

  • Mitschnitt
  • Netzwerkgesellschaft
  • Manuel Castells
  • Wiener Kaffeehauskultur
  • Jürgen Habermas
  • mehrseitige Märkte
  • Michael verabschiedet sich von der Post-Privacy
  • Privacy gegenüber engem Umfeld häufig wichtiger als ggü. Geheimdiensten
  • Privacy als Eigenschaft einer Plattform “Plattform Privacy” (Michael Seemann)
  • RSS
    • Warum hat sich RSS nicht durchgesetzt, jetzt aber Versuch mit Facebook Instant Articles?
  • Geschäftsmodelle der Zeitungen
  • Artikel von Hanfeld in der FAZ zu Instant Articles
  • Antwort von Felex Schwenzel auf Hanfeld
  • Buzzfeed hat Journalismus neu erfunden (mspro)
  • Leistungsschutzrecht hat dafür gesorgt, dass in Deutschland keine Startups entstehen werden, die mit Nachrichten Geld verdienen (Max)
  • Wenn ich Interesse an Datenjournalismus hätte, ginge ich eher zu Facebook als zur FAZ (Max)
  • Zeitungen werden als Marken überleben, sonst aber meist nicht (Max)
  • Hätte sich RSS (auch mit Hilfe der Verlage) durchgesetzt, nähme Facebook das (mspro)
  • mspro würde gerne per RSS zu Facebook crossposten
  • Max hat probiert, online die Süddeutsche zu kaufen
    • Artikel über Danae Stratou (Frau von Yanis Varoufakis) in der SZ vom 9. Mai 2015
  • die SZ app muss 30min laden, aber nicht im Hintergrund und hat keine Suchfunktion
  • Eine Zeitung hat ja auch keine Suchfunktion (Max)
  • Max wird so schnell keine SZ mehr kaufen

Kino 18:03:13

  • mspro war in Mad Max
  • mspro fand den Film ziemlich gut
  • Ex Machina

Nudging 18:14:36

  • Schlüsselanhänger im Hotel
  • work from home day bei Facebook
  • Erziehung ist jahrzehntelanges Nudging (Max)

15 Gedanken zu “WMR95 – Selbstbrauendes Bier

  1. Jungs, so sehr ich euch schätze, mit eurer Beurteilung wie eine Geburt abzulaufen hat hättet ihr besser gewartet bis einer von euch bei einer dabei war. 😉
    Auch eure Meinung, daß es unnötig sei, für eine Geburt ein Krankenhaus aufzusuchen halte ich für wenigstens fragwürdig.
    Die hippe amerikanische Geburtshelferin mag sagen, daß Hausgeburten total supi sind, das geht auch solange gut wie es keinerlei Komplikationen gibt. Klar kann man dann ja immernoch ins Krankenhaus fahren … ist zu hoffen daß die Mama auf dem Weg nicht verblutet oder das Kind so lange die Luft anhalten kann.
    Auch wenn Geburten in der Mehrzahl ohne größere Probleme ablaufen kann man das Risiko Mutter und Kind zu gefährden ganz einfach minimieren. Auch die Mehrzahl der Mandel OPs laufen unproblematisch ab, deshalb macht man sie trotzdem nicht am Küchentisch.

    Eine Geburt ist bei weitem nicht so ein Kinkerlitzchen wie ihr es vermutet, aber das wird Max ja bald selbst feststellen.
    Alles Gute und viel Spass. Ist toll Papa zu sein. 🙂

  2. Kann die Erfahrung mit der SZ App absolut nachvollziehen. Allein die Trennung in 2 verschiedene Apps ist eine Geschichte die gerade ältere Leute vollkommen überfordert. Einmal und nie wieder. Meine Eltern wollten mit Ihrem SZ Abo von Papier aufs Ipad umziehen; Ergebnis: Papier gekündigt, kein SZ-Abo mehr.

  3. Pingback: Die letzten und nächsten 24h, Samstag, 23.05.2015 | die Hörsuppe

  4. Ich hätte nochmal eine konkretere Nachfrage zu Instant Articles, weil ich einfach keinen Sinn darin finde:
    Deutsche Verlage – allen voran Springer – haben die letzten Jahre das Internet als solches und Google im Speziellen als den großen Feind ausgemacht. Die böse Kostenloskultur macht ihnen die Vermarktung über Werbung kaputt etc pp. Das ganze ging so weit, dass sie sich ein LSR herbeilobbyiert haben – womit sie am Ende die Marktmacht von Google zementiert haben.
    Nun ist gerade die Springer-Gruppe mit BILD unter den ersten Testpartnern von Facebook in Deutschland. Man legt sich auf einen Partner fest, auch wenn z.B. Juliane Leopold bei Leitmedium längst darauf hinwies, dass der größte Traffic mittlerweile über WhatsApp und co generiert wird und Facebook hier an Einfluss einbüßt.
    Für mich klingt das alles sehr nach kognitiver Dissonanz: Google ist böse, denn die Werbeeinnahmen kommen nur aufgrund einer Verlinkungskaskade (Link in Google News > Klicken > Einnahmen via AdSense und co) zu Stande. Facebook ist gut, denn sie wollen direkt für die bei ihnen erzielten Umsätze bezahlen.
    Habt ihr (und besonders Michi) euch dazu schonmal Gedanken gemacht und könntet mir hier vielleicht weiterhelfen?

      • Ich sehe deinen Punkt, aber irgendein ökonomisch-strategisches Kalkül muss da doch hinterstecken? Wenn es nicht die erste Springer-Troll-Aktion vom Lauer ist…

  5. Zum Thema Nudging: Ich finde es schwierig, dieses Thema zu behandeln, ohne die jeweilige Intention zu betrachten. Darum würde ich das hier gerne kurz für ein paar angesprochene Bereiche austesten:
    – Erziehung: Ja, Erziehung ist in gewisser Weise Nudging, also Verhaltenslenkung über Belohnung und Bestrafung. Intention ist es dabei, das Kind zu einem funktionierenden Teil der Gesellschaft zu formen, ihm nahezubringen wie das Zusammenleben in ebenjener funktioniert. Entsprechend ist dieser Auftrag im Grundgesetz niedergelegt, den sich Eltern in der Realität mit dem pädagogischen Personal teilen, weil sie alle davon ausgehen, dem Kind etwas gutes zu tun.
    – Wirtschaft: Apps und co versuchen mein Verhalten über Nudging zu steuern, um meine User-Experience zu optimieren und gleichzeitig Profite daraus zu schlagen. Wenn Amazon mit seinen Produktempfehlungen allerdings übertreibt, kann ich dem Konzern den Mittelfinger zeigen und wieder bei ebay kaufen.
    – Politik: Und hier wird es für mich um ein vielfaches kritischer. Wer nudget wen aus welchen Gründen? Ihr nanntet das Beispiel Gesetze: Staatstheoretisch gesehen nudget hier die Gesellschaft sich selbst. Die Politiker der Regierungskoalition beschließt – als Vertretung der Gesellschaftsmehrheit – Gesetze, an die sich alle zu halten haben, wer sich nicht daran hält wird negativ sanktioniert. Was nach meiner Ansicht jedoch stärker damit gemeint sind, sind beispielsweise…
    * präventives Nudging: Bevor sich eine gesellschaftliche Meinung bildet, wird bereits beeinflusst, Terrorbilder an die Wand gemalt…
    * ausserhalb des parlamentspolitischen Rahmens genudget, man betrachte sich hierzu alleine die TTIP Verhandlungen. Bevor ein einziges Papier veröffentlicht ist, werden die Menschen geködert…
    Strukturell wichtig erscheint mir jedoch: Es wird vor allen Dingen von der Exekutive genudget, also für bestimmte Haltungen und Handlungen gesorgt. Damit wird die Legislative als konstitutioneller Teil unserer Demokratie ausgehöhlt – und das war vorher schon schlimm genug, man betrachte nur den Koalitionszwang und dessen Auswüchse.

    Ich wäre hier entsprechend vorsichtig vor Fatalismus

  6. Wenn es eine Hausgeburt werden wird, würde ich fleissig Unterlagen, Tücher, Schüsseln und einen sehr großen Mülleimer bereit stellen. Da kommt nicht nur ein Kind, sondern eine große Menge anderer Sachen.

    War froh, in einem Krankenhaus zu sein. Ich konnte mir das davor nicht zu Hause vorstellen und nach dem Ganzen Erlebnis würde ich den obersten Kommentar inzwischen auch def zustimmen.

    Würde mich sehr freuen, wenn es Max noch einmal schafft, davon in der Retroperspektive zu erzähen – alleine um zu hören, wie und ob sich seine Meinung ändert. Und ich empfehle selbst noch einmal im Nachhinein den Anfang des Podcasts anzuhören – du wirst grinsen müssen, das verspreche ich 🙂

  7. Zum Thema Filme:
    Weder bei “Mad Max” noch “Ex Machina” hatte ich das Bedürfnis den Film zu sehen nachdem der Trailer lief. Bei Mad Max war mein Eindruck: Seltsam gewandete Menschen fahren wie doof durch die Wüste und schaffen es trotz massenhaft Platz sich gegenseitig über den Haufen zu fahren, Story gibts keine. Und bei Ex Machina war mein Eindruck (was aber auch an der Synchro liegen kann): Nerd nimmt aus irgendwelchen Gründen die Einladung an einen noch nerdigeren Nerd in the middle of nowhere zu besuchen. Der Obernerd scheint im Wesentlichen ein Jerk zu sein und der Rest ist eine kitschige Liebesgeschichte. Das zeigt mir mal wieder dass Trailer oftmals sinnlos oder kontraproduktiv sind. Mad Max werde mir wahrscheinlich trotzdem nicht anschauen, aber Ex Machina wohl doch (oder zumindest nach der BluRay Ausschau halten, weil solche Filme hier leider kaum in der OV laufen).

    Zum Thema Nudging:
    1. Beim Thema Organspende gibt es ja noch eine dritte Variante neben Opt-In und Opt-Out und zwar das was in Dtl. aktuell die Regel ist: Die Leute fragen.
    Ich finde die Opt-Out-Version hier genauso schlecht wie die Opt-Out-Version im Meldegesetz bzgl. Datenweitergabe, aus dem einfachen Grund, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, dass sie dieses Opt-Out überhaupt gibt (ich musste bei der letzten Ummeldung nach dem Formular dafür fragen, weil niemand darauf hinweist, dass es dafür ein extra Formular braucht). Gibt es irgendwo Zahlen, wieviele Menschen in den 95%-Ländern eigentlich wissen, dass sie ein Opt-Out haben? Oder wird dort die Entscheidung genauso wenig bewusst getroffen wie in den Opt-In-Ländern. Man kann ja argumentieren dass das Opt-Out hier ok ist, weil der Grund dafür ethisch gerechtfertigt ist, aber ich finde das zu einfach.
    Und hier wäre die elektronische Gesundheitskarte sogar mal sinnvoll, man kann die Antwort auf die Frage nach Organspende ja/nein lokal speichern. Das löst auch das Haltbarkeitsproblem. Die Krankenkassen könnten sogar wenn eine neue KK für den Versicherten erstellt erneut nachfragen. Und wer nicht innerhalb von einem gewissen Zeitraum antwortet, kriegt halt seine bisherige Antwort wieder drauf. Und wenn man die Leute fragt, hätte ich auch kein Problem mit Default-Opt-Out, weil tatsächlich ein bewusstes Opt-Out ermöglicht wird.
    2. Erziehung: Nudging (“Wenn-dann-Sätze”) wird jedes Elternteil irgendwann benutzen, einfach aus praktikablem Gründen. Inwieweit das sinnvoll oder nachhaltig ist und Kinder “erzieht” sei mal dahingestellt. Erziehung ist letztlich Beziehung und läuft im Wesentlichen durch Vorleben. Ich finde das Buch “Kinder verstehen” von Herbert Renz-Polster hier ganz spannend und empfehle es allen werdenden Eltern.
    3. Im Rechtsstaat ist Nudging noch schwieriger, da man bei Gesetzen Pflichten hat aber eben auch einklagbare Rechte. Sowas gibt es bei Nudging nicht. Im Beispiel mit der Polizei ist ein etwas krasseres Beispiel die freiwiliigen DNA-Massentests. Das ist auch Nudging. Was passiert wenn jemand da nicht mitmacht? Ist er (oder sie) automatisch verdächtigt? Muss diese Person sofort mit polizeilicher Durchleuchtung rechnen? Schwierige Sache.

  8. @Max: Ich wünsche Euch eine wunderbare Geburt! Mein Kind habe ich auch zu Hause geboren. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe. Es war ein sehr schönes, kraftvolles, ruhiges und inniges Erlebnis. Ich würde es immer wieder tun. Mit einer erfahrenen Hebamme an der Seite und, wie ihr sogar noch mit einer Doula, seit ihr in guten Händen.

    Hier noch ein guter Artikel, der mich damals (vor 10 Jahren) in meiner Entscheidung bestärkt hat:
    http://www.geburtsallianz.at/downloads/fischekoennendaswasserwagner.pdf

    Alles Gute!

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