WMR35 – Endlich mal wieder Zoff!

Wir haben es wieder getan. Und wir dachten, die Schonzeit ist vorbei und wir tun das, was wir am besten können: Uneinsichtig und rechthaberisch auf der Meinung des anderen rumkloppen. Willkommen im Prügelzoo! Aber nebenbei haben wir es doch noch geschafft, eine ansehnliche Latte an Themen durchzupeitschen.

Als da wären:

BONUSTRACK!

Nach der Sendung diskutieren Max und mspro das Urheberrechtsthema weiter. Scheinbar “off the record“, aber sie haben ihre Rechnung ohne ePirat gemacht. Kann man sich hier anhören.

34 Gedanken zu “WMR35 – Endlich mal wieder Zoff!

  1. Pingback: Chatlog und Post-Show zu WMR35 | News und so…

  2. Ich finde immer wieder bemerkenswert, das ihr oft so einen Spagat schafft, zwischen gefährlichem Halbwissen-(Bullshit)-Gelaber und dann wieder wirklich interessanten Denkansätzen und Auseinandersetzungen.

    Euer Zoff hier wegen des Urheberrechts war leider echt ziemlich Banane, weil ihr beide nicht den Eindruck gemacht habt Ahnung von der Materie zu haben. Das muss zwar, wie gesagt, gar nicht schlimm sein, aber wenn ihr euch dann zu sehr auf euren Standpunkt versteift wird’s mühsam. Ich hab da irgendwann vorgeskippt.

    Aber dann wurde es wieder richtig gut. Insgesamt sollte mein Kommentar eher ein positives Feedback werden. Hoffe ihr macht das noch lange weiter und verkracht euch nicht irgendwann wieder (bei der Lizenzauswahl könnte es wohl wieder heikel werden 😉 ).

    Und zum Sendungsrhythmus: Alle zwei Wochen erscheint mir perfekt.

  3. Max, sach mal…. bist du dir eigentlich sicher das du nicht doch ACTA für eine SUPER Sache hältst? …. also bei deine Vorstellung vom Urheberrecht und Eigentum? Ein Film oder Musik wird niemals dein Eigentum sein.. egal ob du nun eine Videokassette, eine Schallplatte, ein CD/DVD oder einen Download kaufst!

  4. Ein Film oder auch Musik ist nach geltendem Urheberrecht das Eigentum der Urheber… deshalb heißt das auch Urheberrecht. Du kaufst nur eine Lizenz den Film oder die Musik zu nutzen…kaufen tust du nur ein stück Plastik.. und Bei Videokassette, Schallplatte, CD oder DVD…war das Nutzungsrecht an die Lebensdauer des Stückes Plastik gekoppelt…. irgendwann ist das Plastik kaput und wenn du es weiter Nutzen möchtest musst du es auch nochmals Kaufen (gut mit dem recht der Privat Kopie kannst du das noch etwas hinaus zögern.. aber irgendwann war die auch hinüber)… und daher kommt eben auch das Interesse der Urheber auch einen Download Zeitlich irgendwie zu begrenzen oder eben eine Bezahlmodell zu etablieren das sich an der Nutzungsdauer orientiert. Aber es bleibt dabei das Urheberrecht ist nicht veräußerbar. Siehe auch —->

    http://www.gemafreie-welten.de/urheberrecht.html

  5. @Frank: Max hat doch in der Sendung klar gesagt, was er unter Eigentum versteht, z.B. dass er es verschenken, vererben oder auch verkaufen kann. Und dies vermisst er bei einem heruntergeladenen Lied.

  6. @Frank: und genau diese Nutzungslizenz möchte ich gern vererben, verschenken, verkaufen… können, damit ein digital gekauftes Produkt einem physischen möglichst ebenbürtig ist. Damit man als Käufer eines Downloads dem Käufer einer CD gegenüber nicht mehr benachteiligt ist. Meine CDs kann ich irgendwann wieder verkaufen, sie sind somit ein Form von Wertanlage (wenn auch sicher keine gute). Meine Musiklizenzen sind jedoch ab Kauf praktisch wertlos.

  7. Zu Eurer Apple/Foxconn Diskussion. Habt ihr den Podcast von “This American Live” gehört? (Das war sicher ein Grund, warum das Thema überhaupt hochgekocht ist.)

    Wenn man sich den anhört, dann scheint die Bezahlung eher das kleinere Problem der Arbeiter bei Foxconn zu sein. Die Arbeitsbedingungen sind das viel Krassere. Diese machen die Menschen kaputt und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Im Podcast wird auch teilweise beschrieben, was für kleine Massnahmen nötig wären, um die Bedingungen ernsthaft zu verbessern. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Arbeitsplätze bei Foxconn begehrt sind. Nur, was nützt die gute Bezahlung, wenn man Ende 20 ein Frack ist und nicht mehr arbeiten kann?

    Dass man auf Apple schimpft, obwohl auch andere Firmen dort produzieren, liegt zum einen daran, dass gleichzeitig bekannt wurde, dass Apple so unverschämt viel Geld verdient haben und man anderseits auf diese Weise einen Sündenbock hat. Denn eigentlich sind wir es ja, die Konsumenten, die daran eine Schuld tragen.

    Es ist richtig, es nutzt nichts, die Arbeitsplätze dort abzuziehen, davon haben die Foxconn-Mitarbeiter auch nichts, aber anderseits, was dort abgeht, kann einem als Mensch doch nicht kalt lassen!

    Ich weiß nicht, wie man das Problem lösen oder zumindest entschärfen kann. Aber ich haben den Eindruck, dass Apple zumindest eine Chance hätte etwas zu ändern, bei den Gewinnen, die diese Firma einfährt.

    Aber ich denke auch, dass uns am Ende des Tages uns unsere Smartphones mehr interessieren, als die Arbeiter in China!

  8. @Max @Dirk Ja das hab ich schon verstanden wie Max das will…. nur auch die Nutzungsdauer eines herkömmlichen Bild und Tonträgers ist begrenzt, auf natürliche weise, an die Lebensdauer des Trägermaterials. Okay es gibt Schallplatten oder CD’s die sind steinalt.. so alt das man sie auch vererben kann… dann sind sie aber nie viel gespielt worden. Es gibt Alben die hab ich in meinem Leben schon 6 mal auf Vinyl und 2 mal auf CD gekauft und sie sind alle Vergangenheit. Bei einer digitalen Distribution ist das eben anders, sie sind nicht an die Lebensdauer eines Feststoffes gebunden, weder Mp3 oder Aiff ist einem natürlichen verschleiß unterworfen. Eine Nutzungslizenz ist eben immer auch an Bedingungen geknüpft, das unterscheidet es eben auch zum Eigentum, sie gilt z.B bei einer CD/DVD/Schallplatte/mp3 ja auch nur für den Privaten gebrauch, bei öffentlichen Vorführungen muss ja auch nochmals extra bezahlt werden. Mit Eigentum kann ich machen was ich will… bei einem Nutzungsrecht muss ich mich an die Nutzungsbedingungen halten und das ist bei allem so was ich nutze und was mir nicht gehört, ob das nun ein MP3 ist, die Mietwohnung, der Mietwagen, die S-Bahn oder die Google Maps Integration für meine Webseite. Bei letzterem haben wir uns ja schon dran gewöhnt das die Nutzungsbedingungen sich alle paar Wochen mal ändern. Und mal ganz ehrlich Musik als Geldanlage? gut bei Schallplatten geht das noch.. da kommt es aber besonders auf die Pressung an, die Auflage und das Cover, hey ne alte Bowie von ’75 von nem kleinen Label mit nen Druckfehler auf den Cover, gab nur 200 Stück davon… okay, da ist aber das Material die Geldanlage, das Vinyl und die Pappe drum rum,nicht die Musik.. die gibts heute auch bei itunes. Und wie soll das denn bei nem Haufen 0en und 1sen gehen? hey hier ist nen Original Download von ’89 von der Band-Seite, limitiert auf 200 downloads?

  9. Die Diskussion über Foxconn/Apple wirkte teilweise schon peinlich (“Freizeitzentrum” usw.), zumindest wenn man den von Dirk erwähnten Podcast gehört hat. Der Punkt ist ja, die Arbeitsbedingungen bei Foxconn könnten wesentlich verbessert werden, ohne dass die Produkte wesentlich teurer werden.

  10. @Stefan, @Dirk: Ich hab den Podcast gehört. Die Arbeitsbedingungen bei Foxconn könnten wesentlich verbessert werden, ohne dass die Produkte wesentlich teurer werden. Das wurde ja in dem Podcast erwähnt: auch Dinge, die sich leicht verbessern ließen werden nicht gemacht, weil sich einfach niemand dafür interessiert: weder Foxconn noch die Arbeiter. Ich sehe nicht, wie Apple das mal eben so verbessern sollte, selbst wenn sie wollten.

  11. @Frank: du verwechselst Sammlerstück und Geldanlage. Wenns hart auf hart kommt, kann ich meine CD-Sammlung verkaufen, auch wenn es sich dabei nicht um Raritäten handelt. Bei meiner digital erworbenen Musiksammlung darf ich das nicht tun, obwohl der Gebrauchswert einer CD und eines mp3 exakt gleich sind, obwohl ich beide unter den selben Bedingungen gekauft habe und zum selben Preis. Der einzige Grund, warum ich meine mp3 Sammlung nicht verkaufen kann ist, weil die Labels glauben dann etwas wenig Umsatz zu machen.

  12. @ Max… nein… du verstehst einfach nicht was der unterschied zwischen Eigentum und Nutzungsrecht ist…. das Plastik deiner CD… ist dein EIGENTUM und kannst du verkaufen… bei einer MP3 hast du nix was dir gehört… nur das Recht sie anzuhören…. den MP3 Player.. den kannst du Verkaufen, der gehört Dir… den kann man Anfassen… der Eigentümer der Musik ist der Urheber und der kann entscheiden welche rechte er dir einräumt oder durch welchen Rechtsvertreter er sich vertreten lässt… Dir gehört an der Musik gar nix… Stell dir vor die Liebesbriefe die du an deine Freundin geschrieben hast, wandern ins Altpappier.. ein Altpappierhändler kauft sie auf… gehören Ihm jetzt deine Liebesbriefe? kann er damit machen was er will? Er hat sie ja gekauft, nach deiner Logik gehört der Inhalt der Briefe ja dann auch Ihm…

  13. Das Problem bei den ganzen Streamingdiensten ist, dass man eben keine Datei im eigentlichen Sinne auf den Rechner bekommt. Die Musik ist dann ausschließlich im bereitgestellten Streaming-Player oder Webseite abrufbar. Das heißt, man kann die Musik weder zum Auto tragen, noch kann man sie irgendwie weiterverarbeiten (vermixen, schneiden). Und wenn der Player auch noch miserabel ist, kann z.B. keine (intelligenten) Playlisten, Bewertungen, dann ist das ganze noch ein Stück uninteressanter.
    Bei Rdio steht in den AGB sogar ausdrücklich, dass man die gedownloadete (DRM freie!!!) Musik sichern (brennen!) soll. Nur bin ich bisher auf keinen einzigen downloadbaren Track gestoßen…

    Und dann kann man sich natürlich fragen, inwiefern die Sache das Geld wert ist. Ich werde mich wohl wieder von meinem Streaminganbieter trennen…

  14. OK, ich formuliere deutlicher: Nach dem dritten (und nicht letzten) Hinweis darauf, dass mspro einen Artikel zu Thema X geschrieben hat, hatte ich erneut den Eindruck, dass WMR (wie schon bei den letzten Produktionen) zunehmend als Promotionsplattform für mspros Thesen fungiert.

    Die Annäherung an Nerd-Argumentationsstrukturen: “Das ist so! – Und das wirst Du noch begreifen! – Lassen wir es.” trägt darüber hinaus zum Nerv-Faktor bei.

    Zugegeben, das ist vor allem persönliche und keine inhaltliche Kritik und ich muss es mir nicht anhören.

  15. till, mist, du hast mich erwischt. du hast mein spiel durchschaut! ich nutze den podcast um meine thesen zu verbreiten! hammer! ich hätte nie gedacht, dass das rauskommt.

  16. @Frank ich verstehender wohl, was die Unterschiede sind. Darum bin ich ja dafür sie abzuschaffen. Es muss einfach so sein, dass einem ein gekauftes mp3 auch gehört. Es ist nämlich kein Naturgesetz, dass man das nicht weiterverkaufen kann, sondern lediglich eine lizenzvereinbarung. Solche Lizenzvereinbarungen kann man schlicht verbieten. Und schon gehört uns das mp3 und wir dürfen es verkaufen und verschenken.

    Zum Altpapierhändler: häh? Was soll ich denn jetzt mit dem schrägen Vergleich? Was hat der auch nur entfernt mit dieser Diskussion zu tun?

  17. Nabend, ich habe den Cast am Samstag live gehört und der hat mir doch etwas zugesetzt.

    Kurzfassung: die wmr33-uber-gott-shitstorms-und-die-welt war eine der besten Folgen von Euch seit langem. Grund: ihr hatten einen Gast, der die Situation zwischen Euch etwas entspannt. Tut Euch den Gefallen und ladet Euch Gäste ein, dann wird alles gut.

    Langfassung: ihr habt derzeit einen Diskursstil (so man es überhaupt Diskurs nenne mag) der wenig produktiv ist, und für die Hörer auch nur noch in Maßen unterhaltsam. Das Grundmuster scheint mir – rein küchenpsychologisch – derzeit so abzulaufen:

    1) mspro postuliert relativ radikale Positionen, im Chat fand sich die hübsche Zeile: “mspro lebt in einer Welt in der sonst niemand lebt (aber viele Leben wollen)”, das trifft es ganz gut. Ob es nun tiefe Überzeugung ist oder in der vorgetragenen Schärfe zuweilen ins Trollen abdriftet ist eigentlich nebensächlich. Wer sich aber die Mühe macht regelmäßig seine Texte zu lesen wird nicht abstreiten können, dass er durchaus an einem konsistenten, wenn auch in Teilen spekulativem Theoriegerüst werkelt. Dessen Plausibilität kann man an vielen Punkten hinterfragen, es ist aber nicht mal eben hingerotzt. Im Cast verkürzt es sich aber eben auf wenige plakative Thesen, der größere Rahmen fehlt (wäre auch etwas ermüdend).

    2) Max hingegen greift zu einer scheinbar schlüssigen Strategie, mittels Fallbeispielen das vorgetragene Gesamtkonzept auszuhebeln, auch bekannt als Kasuistik. Er führt also ein Gegenbeispiel nach dem anderen an, ohne jedoch auf einer grundlegend theoretischen Ebene zu diskutieren. Das prallt wiederum an mspro wirkungslos an, der – inhaltlich oft ins Absurde abgleitend – auch noch die einleuchtendsten Gegenbeispiele negiert. In Reinkultur kumulierte das dann in der legendären Sequenz um laute Nachbarn: Max: “ja was sollen die Leute denn machen?” mspro: “die sollen halt einfach mal klarkommen”.

    Solange ihr euch nicht einigen könnt, ob ihr auf einer spekulativ-theoretischen Ebene reden wollt oder auf einer evidenz-geerdeten, kommt da nur noch wenig bei rum. Die Lösung habt ihr m.E. wie oben angedeutet in der Religionsfolge gefunden: durch einen Gast führt man sich generell zivilisierter auf, zudem kann man einen Gast abwechselnd mit beiden Diskussionsstrategien malträtieren ohne sich permanent gegenseitig ins Gehege zu kommen.

  18. @Max nun ich hatte bei dir raus gehört das du durchaus der Meinung bist, der Urheber soll doch die Möglichkeit bekommen durch seine Leistung als Urheber auch entlohnt wird und die Verwertungsindustrie in ihrer Monopolstellung geschwächt werden… wie soll das gehen wenn du Ihm sein Eigentum und zwar das Urheberrecht absprichst? Und das andere, das was du forderst… also ein mp3 File oder M4P oder was auch immer der die selben eigenschaften hat wie eine CD hat.. das war vor langem schon mal die Idee der Rechteverwerter… es gab Konzepte für ein DRM System was all diese Merkmale hatte eine eindeutige Identifikation der einzelnen Files und auch eine Algorithmus der das File künstlich altern lässt.. die ungefär der Lebensdauer einer durchschnittlichen CD oder DVD entsprechen würde…du kannst sie Verkaufen, Tauschen alles und mann kann immer sicher sein das es sich nur um diese eine mp3 handelt und keine Copy ist… das ist der Feuchte Traum der Verwertungsindustrie, warum? Ich erinnere mich an eine Studie die besagte das ein solches, halbwegs “Sicheres” DRM ungefär doppelt so viel kosten würde wie ein Audiofile bei iTunes, alleine nur die DRM für ein File…. und wenn du heute mal schaust wie Bitcoins in der Erstellung, also im mining kosten kommtst du zu einem vielfachen Preis eines einzelnen Audiofiles….dazu die ganze Infrastrucktur die aufgebaut und verwaltet werden muss und die Verwertungsindustrie hat wieder ein Super Geschäftsmodell inklusive Monopolstellung… Super!
    Dein Argument mit… alles was ich kaufe muss am Ende auch mir gehören hinkt eben auch… wenn du am Automaten der S-Bahn eine Fahrkarte kaufst… ist das Stück Papier dein Eigentum… stempelst du es am Automaten erhältst du ein 120 Minütiges , beschränktes Nutzungsrecht der S-Bahnzüge.. Kaufst du im Internet eine Fahrkarte bei der DB oder ein Flugticket kannst du es ohne Mehrkosten noch nicht mal übertragen. Ob das alles Voll Super ist, ist eine andere Sache, aber komm von der fixen Idee runter du könntest Eigentümer von Musik werden… das konntest du noch nie… und wenn du eine CD haben möchtest.. dann Kauf dir eine… mit all den Nachteilen die eine CD gegenüber eines Downloades hat…möchtest du lieber ein Nutzungsrecht haben das nicht an ein Stück Plastik gebunden ist und all die Vorteile nutzen die dir das gibt musst du auch damit Leben das das es eben ganz andere Bedingungen hat und auch etwas ganz anderes ist.

  19. Mich würde bei der Urheber-Diskussion interessieren, ob mspro eine generelle Abschaffung jeglicher Urheber und Verwertungsrechte in allen möglichen Kontexten fordert, d.h. ob “Information” wirklich jede Form von Information umfasst.
    Die Folgen die daraus erwachsen würden gingen weit über die im Podcast diskutierten Aspekte hinaus, denn neben Software und kulturellen Leistungen wie Musik etc. hat das Urheberrecht bzw. verwandte rechtliche Konstruktionen im technischen und wissenschaftlichen Bereich enorme Bedeutung. Das nächste Fass, dass dann zu öffnen wäre ist beispielsweise die ganze Patentgesetzgebung, die, so vermute ich, bei konsequenter Anwendung der Grundthesen von mspro aus seiner Sicht ebenfalls abzuschaffen wären.
    Die langfristigen Folgen wären unabsehbar, wobei ich hier klarstellen möchte, dass ich nicht zwangsläufig davon ausgehe, dass daraus negative Konsequenzen resultieren würden. Allerdings sehe ich auch keinen Grund anzunehmen, dass sich die Dinge zum positiven verändern würden.

    Ich denke schon, dass es durchaus legitime Gründe gibt Kontrolle über selbst geschaffene
    Informationen ausüben zu wollen und sei es nur das man vernünftig zitiert werden möchte. Auch mspro ist darauf angewiesen, dass den Rezipienten klar ist, dass er der geistige Urheber der Texte ist, denn nur das lenkt die Aufmerksamkeits-Ströme auf ihn, die eigentliche knappe Ressource von der er letztlich lebt.

    In der Diskussion, insbesondere der Aftershow, ist mir im Übrigen Ähnliches aufgefallen wie durch rstockm schon beschrieben.

  20. Jungejunge, das ist schon auch etwas komisch, euch zuzuhören dabei, wie ihr über Spreeblick redet. 🙂 Aber danke dafür, es ist sehr spannend, das mal “von außen” (mit etwas “von innen” bei Max) betrachtet zu hören. Es gibt natürlich einiges, wozu ich noch Anmerkungen hätte, aber darum geht es ja nicht bei solchen Betrachtungen, holen wir also nach oder nicht oder wie auch immer.

    Witziger- und absurderweise, @Max, ist aber der Verlag nicht tot – denn erst jetzt gibt es ja ein Produkt im Sinne von “kaufbar”: Das erste und sicher nicht letzte eBook. So haben wir das zwar 2005 nicht geplant, aber das ist auf jeden Fall auch ein interessantes und junges Feld (und entspricht einem Verlag ganz gut).

    Und was die “Ära” angeht … ja, da geht vielleicht etwas zuende, aber nicht erst jetzt und nicht allein wegen Spreeblick, sondern schon länger und insgesamt. Der Zustand der Blogs hat sich massiv verändert, ihr habt es bereits angedeutet, es kann aber gut sein, dass da noch mal eine neue, ganze andere Welle kommt von neuen, jungen Bloggern. Mal abwarten.

  21. @Frank: Ich habe dem Musiker nie sein Urheberrecht oder sein Eigentum abgesprochen, das war mspro, wie du dich vielleicht erinnerst. Ich habe die ganze Zeit zu jedem Zeitpunkt ausnahmslos immer gesagt, dass ich finde, dass man den Urheber deutlich stärken muss.

    Was ich finde: man muss das Eigentum an dem mp3 erwerben können. Ich will nichts künstlich altern, ich will kein DRM und ich habe auch nie von BitCoins gefaselt. Der Vergleich mit der S-Bahn ist an den Haaren herbei gezogen. Wenn mir etwas verkauft wird, von dem die Industrie so tut als würde es so funktionieren wie eine CD, dann soll es auch so funktionieren wie eine CD. Das kann man ihnen ganz einfach gesetzlich vorschreiben.

    Ich möchte kein Nutzungsrecht, das an ein Stück Plastik gebunden ist, das habe ich deutlich gesagt, ich will kein Nutzungsrecht, das an eine Person gebunden ist, das habe ich auch deutlich gesagt, ich möchte ein Nutzungsrecht, das dem der CD entspricht, ohne dass ich mir Plastikberge in die Wohnung stapeln muss. Dafür muss man, auch das habe ich mehrfach gesagt, nichts weiter tun als das Gesetz ein wenig zu ändern. Ich finde es nämlich eine Unverschämtheit, dass die Contentindustrie mich zwingt ein mp3 zu kaufen und wenn meine Freundin das selbe Stück hören will sie es noch mal kaufen muss, dass ich für meine Kinder, so ich denn mal welche habe, dieses Stück noch mal kaufen muss.

  22. @ Max du widersprichst dir das Urheberrecht sagt im Kern aus das der Urheber EIGENTÜMER seines Werkes bleibt… für einen gesetzlich definierten Zeitraum, nur daraus lassen sich Nutzung und Verwertungslizenzen ableiten… daraus folgt das du nicht Eigentümer seiner Musik werden kannst ohne ihm sein EIGENTUM zu beschneiden oder gelinde gesagt ihm es weg zu nehmen. Das kann auch der Gesetzgeber nicht anders regeln… er muss auch wenn er dir Eigentumsrechte einräumt sie dem ursprünglichen Eigentümer weg nehmen… oder zumindest beschneiden. Ich habe dir ausgiebig erklärt das eben auch das Nutzungsrecht bei einer CD/Schallplatte/DVD begrenzt ist.. eben an die Lebensdauer dieser Ton oder Medienträger gekoppelt …. ein mp3 File ist, was die Lebensdauer betrifft nicht begrenzt solange es Datenträger gibt und Programme die ein mp3 file lesen können wirst du es abspielen können. Das kann unter umständen ewig sein zumindest so lange bis es Allgemeingut ist. Nun klar kann der Gesetzgeber eine Rechteverwaltung vorschreiben die Analog zur DVD/CD funktioniert… diese kann aber nur mit einer Ausgeklügelten DRM also einer Digitalen Rechte Verwaltung funktionieren um halbwegs den Missbrauch auszuschließen. Nun die Idee mit den BitCoins kam tatsächlich von dir, das hab ich deiner Twittertimeline entnommen….
    (@manuels Keine Ahnung. Eventuelle eine Art “BitCoins” für Lizenzen? Weiss aber nicht mal, ob es einer technischen Lösung bedarf.?)
    …. und damit hast du auch Recht BitCoin bietet vielleicht sogar das einzig wirklich gut funktionierende DRM und Ja es Bedarf entweder einer sehr guten DRM oder so etwas wie ACTA um einen massiven Missbrauch auszuschließen, für andere Modelle die auf den “good will” der Konsumenten bauen gibt es bisher keine Anhaltspunkte das so etwas funktionieren könnte. Ich verstehe deinen Unmut und bin selbst kein Freund von ACTA oder DRM… nur deine Heranleitung über das Eigentum nervt mich.. Musik die du nicht selber Geschrieben hast kann niemals dein EIGENTUM werden denn bevor du EIGENTÜMER sein könntest wäre die Rechteindustrie EIGENTÜMER und er Urheber enteignet….selbst wenn das Urheberrecht nach 70 jahren ausläuft wirst du nicht EIGNTÜMER sondern die Gesellschaft im ganzen.
    Komm runter von dem Vergleich mit der CD/DVD/SCHALLPLATTE/VIDEOKASSETTE da bist du eben auch nur der EIGENTÜMER des PLASTIKSCHROTTES wie du so schön sagst.
    Der Vergleich mit der Fahrkarte ist eben nicht so falsch, denn eine Fahrkarte regelt dein Nutzungsrecht für eine Fahrt.. mit festgeschriebenen Bedingungen…. genau so wie das “Kaufen” einer mp3 nicht wirklich ein kaufen der Musik ist sondern das kaufen des Nutzungsrechtes auf hören dieser Musik mit ebenfalls geregelten Bedingungen beschreibt. Besser noch ist vielleicht die parallele zu Eintrittskarten für ein Konzert da musst du ja auch für deine Freundin oder für deine Kinder bezahlen wenn du sie mitnehmen willst und es gibt dir ein Einmaliges Nutzungsrecht für das hören von Musik.

    Apropo Freundin oder Kinder… es ist ja nicht so das deine Freundin die Musik gar nicht hören kann.. sie kann sie eben nur mit dir zusammen.. oder von deinem Gerät oder von deinem Account aus hören. Ein Recht auf Privatkopie ist eigentlich aber auch schon im Urheberrecht enthalten, es scheitert ja auch nicht an dem Recht sondern an dem Missbrauch.

    Die einzige Möglichkeit eine Industrielle Rechteverwetrung zu schwächen oder gar zu umgehen kann nur über den Urheber gehen und muss dadrauf hinauslaufen dem Urheber ein Einkommen zu generieren das unabhängig von einer Industiellen Lizenzverwertung funktioniert. Einseitige Stärkungen auf der Konsumentenrechte führt zwangsweise zur Schwächung der Urheberrechte und erhöht noch die Macht der Industriellen Rechte Vermarkter.

  23. Ich habe nie gesagt, dass ich Eigentümer der Musik werden will, sondern Eigentümer des mp3. Mit diesem mp3 möchte ich machen können, was ich will, ich möchte z.B. dass meine Freundin es hören darf, wenn ich nicht dabei bin. Das ist alles, was ich die ganze Zeit gesagt habe. Dafür braucht man kein DRM. Auch um ein mp3 zu verschenken oder zu vererben bedarf es keines DRMs, im Gegenteil, das würde nur stören.

    Bei einer Konzertkarte ist allgemein bekannt, dass diese nur für eine Person gilt. Ich erwerbe mit dem Kauf eines mp3s ja eben _nicht_ das Recht ein bestimmtes Lied zu hören: wenn mir “meine” Kopie des mp3s abhanden kommt darf ich es nicht kostenlos herunterladen sondern muss es noch mal kaufen. Wenn das mp3 im selben Store in besserer Qualität angeboten wird muss ich mir die Musik noch mal kaufen b.z.w. ein Update auf die bessere Version: bei einer Hörlizenz müsste ich das alles kostenlos tun können. Wenn ich viele Geräte besitze, auf denen ich die Musik hören möchte, muss ich die Musik mehrfach kaufen. Ich habe kein Recht Filme & Musik in andere Formate zu konvertieren.

    Wenn ich eine CD habe, besitze ich eine Lizenz, die ich weiterverkaufen kann: ich bin Eigentümer der CD und der Lizenz. Du bestehst darauf, das dies bei einem einem mp3 auf magische weise plötzlich nicht mehr möglich sein soll.

    Das eine Stärkung der Konsumentenrechte immer automatisch zur die Macht von Vermarktern erhöht ist, sorry, kompletter Blödsinn. Oder wie genau würde es die Macht von Universal vergrößern, wenn ich mp3s verschenken dürfte?

  24. @ Okay lieber Max, ein Teil davon war aber bei der Schallplatte und der CD nicht anders… machst du die CD kaputt oder verbummelst du sie… musst du sie neu kaufen, hast die die Schallplatte schon gekauft und im Selben Schallplattenladen wird sie in besserer Qualität als Doppel LP angeboten oder als CD… musst du sie auch nochmals kaufen…. also das ist Quatsch die Hörlizenz bezieht sich eben auch nur auf den Download den du bezahlt hast.

    Um halbwegs sicherzustellen das du die dir eingeräumten Rechte nicht missbrauchst.. egal ob es sich nun um Tausch, Verschenken oder auch das von dir geforderte bei Verlust nochmaliges Runterladen brauchst du ein wie auch immer geartetes Rechte-Management oder Lizenzmanagement oder wie auch immer du es nennen willst. Ein Digitales File hat eben ganz andere eigenschaften wie die CD oder Schallplatte bei denen sich das aus den Material eigenschaften ergibt. An einer blanken Kopie der Audiodaten lässt sich eben nicht erkennen ob es sich um einen Tausch, ein Verschenken oder eine Massenhafte Kopie oder ein Original handelt.

    Nun und wenn du dir die iTunes Nutzungsbedingungen mal genau durchliest, lassen diese sogar einige von dir geforderten dinge explizit zu, zumindest die iTunes plus Produkte die der Standart sind im iTunes Store

    zitat:
    “(vi) iTunes Plus Produkte enthalten keine Sicherungstechnik, die die Nutzung solcher iTunes Produkte beschränkt; Nutzungsregeln (ii) bis (v) finden keine Anwendung auf iTunes Plus Produkte. Sie können iTunes Plus Produkte kopieren, speichern und brennen, soweit es vernünftigerweise für den privaten, nicht-gewerblichen Gebrauch erforderlich ist.”

    es bleibt also dir überlassen wo du die mp3s zu welchen Bedingungen kaufst.

  25. Pingback: Copyright | futuretune

  26. Eure, naja, Diskussion zum Thema Eigentum und Urheberrecht fand ich inhaltlich brilliant – nicht weil einer von Euch beiden das Argument zu enden alle Argumente geliefert hätte, sondern weil jeder von Euch sehr anregende Gedanken brachte. Die müssen gar nicht bis ins letzte Detail Substanz haben, es reicht, wenn man sich sagt: Ach guck mal, so kann man die Sache auch sehen. Das Thema hat ja offenbar gezündet, zumindest deutet der Kommentarteil der Sendung das an.

    Was mich aber immer wieder nervt, ist die Art, wie Ihr Euch kabbelt. Wenn Ihr wenigstens versuchtet, den Anderen ausreden zu lassen und dessen Argumentation zu verstehen, müsstet Ihr auch nicht endlos viel Zeit mit gegenseitigem Einschnappen verbringen. Beim Zuhören hatte ich immer wieder das Gefühl: Meine Güte, die beiden liegen doch gar nicht so weit auseinander, warum hören die denn nicht einfach einander zu, dann käme bei dem Gezanke sogar was heraus.

    Noch einmal: tolle Sendung, aber bitte arbeitet an Eurer Streitkultur. Ihr vergeudet sonst viel Energie.

  27. @Tee Jay: Danke für Lob und Kritik. Leider fällt es mir in diesen Situationen oft nicht leicht Michi zu verstehen (vielleicht gerade weil wir nicht so weit auseinander liegen.). Aber ich werde mich mehr bemühen. 🙂

  28. Also ich habe mir hier eure angeregte Diskussion durchgelesen und stelle fest, das man echt höllisch aufpassen muss, weil man sich teilweise die AGB´s von Musikträgern und gemafreier Musik echt auch gedanklich falsch auslegen kann :/ alles sehr kompliziert, ich bin allerdings nun echt vorsichtig geworden und lade für meine Videoprodukte nur noch auf gemafreien Seiten runter..klar ist dies erstmal eine Umstellung aber auf der Seite absolutesongs bin ich echt supergut fündig geworden und kann diese Seite nur weiterempfehlen..dort gibt es auch Dubstep und dazu ganze Compilations, was echt praktisch ist und deshalb kann ich da super Musik einkaufen, die ich völlig sorglos nutzen kann und DARF 🙂
    hier der Link: http://www.absolutesongs.com

    lg

  29. Pingback: Too much information - Moin - Guten Morgen

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