WMR81 – Alle Wege führen zu Facebook

Wir haben uns hier zusammengefunden, um uns über die Unzureichendheit der Welt (Internet!!) zu beklagen. Doch all das Nörgeln und Zetern, all Warten und Hoffen, es hat keinen Zweck. Am Ende landen wir doch eh alle bei Facebook. Die einen mehr, die anderen weniger. Und aus den unterschiedlichsten Gründen. Doch hört selbst.

(Leider hat das mit den Shownotes wieder nicht geklappt. Naja. Nächstes Mal.)

36 Gedanken zu „WMR81 – Alle Wege führen zu Facebook

  1. Pingback: Vorhersage Sonntag, 30.03.2014 | die Hörsuppe

  2. Das was mspro bei Twitter momentan sieht und zum Wechsel animiert erinnert mich an meine Situation bei Facebook. Ich bin seit langem bei Facebook, ich merke aber immer stärker das die tägliche Einbindung in mein Leben sinkt. Ich habe es wohl geschafft den Filteralgorithmus von Facebook so zu beeinflussen das kaum interessantes Zeug eingespielt wird. Meine großen Gruppen: Schulfreunde, Kommilitonen, Arbeitskollegen kommen in der Timeline nicht vor, viel stärker werden Seiten gewichtet die ich geliked habe aber von 250 Kontakten werden gerade 10 regelmäßig eingespielt und das sind nicht mal die Interessanten. Um die Leute zu finden, die mich interessieren muss ich selber aktiv werden. Ich würde deswegen die These aufwerfen: Wir selber schaffen durch unser routiniertes Verhalten mit einer Plattform und die dadurch generierten Filter (nicht nur technische) eine reizarme Umgebung. Auf Twitter durch die Wahl der Timeline, auf Facebook durch dessen generierung.

    • Ich kann exakt jeden Satz bestätigen. Aus genau dem gleichen Grund ist FB für mich sehr langweilig geworden, ich bekomme nur noch Updates von 10 Freunden und 2-3 Newsseiten.

  3. Auch für mich ist die Facebook Timeline ziemlich dysfunktional. Ich hab grad mal durchgescrollt, und im Grunde interessiert mich nichts was in meiner FB Timeline steht. Nachrichten und Veranstaltungen kann man über FB noch ganz gut abwickeln, aber die Timeline funktioniert für mich nicht. Weder verstehe ich was mir angezeigt wird, noch verstehe ich wer was zu sehen bekommt was ich poste.

    Das Hauptproblem von FB für mich ist aber ein anderes glaube ich: Die Gruppe der Menschen, denen ich im Netz folgen möchte, ist zu großen Teilen disjunkt zu den Menschen die ich persönlich kenne. FB bildet aber durch die bidirektionale Freundschaftsbeziehungen aber nur letzteres ab. Man kann zwar natürlich auch Leuten auf FB nur folgen, aber das ist zumindest mir viel zu unbequem (keine sinnvolle selbstbestimmten Filter, extrem kompliziertes UI) und die wenigsten haben “abonnieren” eingeschaltet.

    Ich glaube auch, die Nutzung von sozialen Medien unterscheidet sich natürlich massiv je nach Magnitude der Followerzahl. Ich habe auf Twitter ein Verhältnis von etwa 1:1 von Followern zu Leuten denen ich folge, in der Größenordnung von 100. Das bedeutet aber auch, dass mein ganzes Nutzungsszenario sich qualitativ von Max und mspro unterscheidet, die ein Verhältnis von 100:1 oder so haben. Ein Beispiel dafür sind die berühmten Fragen in die Twittersphäre, die ich gar nicht stellen kann, schlicht weil sie ungehört verhallen.

    Kurz gesagt: Twitter ermöglicht mir nach wie vor nützlichen Input, während mich die FB Timeline im Prinzip nicht interessiert. Daher muss ich davon ausgehen, dass sich meine FB Timeline auch nicht für mich interessiert, was mich wiederum davon abhält überhaupt irgendwelchen Input in FB hineinzugeben.

    • Ich habe auf Twitter auch etwa ein 1:2 Verhältnis und pipe meine Beiträge von Twitter nach Facebook. Früher gab es bei Facebook mehr Feedback zu den Themen, doch inzwischen ist das Feedback auf Facebook viel kleiner geworden. Dabei schreibe ich nicht mehr oder anders oder für andere Leute. Daher die These das der Filter auf Facebook sich so angepasst hat, das es für mich uninteressant geworden ist.

  4. Hoffentlich könnt ihr in Zukunft weiter so entspannt miteinander reden. Facebook ist ja ein Stammthema bei euch, und dass Max schon ein paar mal auf sein NDA hingewiesen hat, bringt schon eine gewisse Schieflage rein. Wär schade, wenn das in Zukunft die Gesprächsatmosphäre beeinträchtigen würde.

    • Ich bin mir dieser Problematik durchaus bewusst, das war einer der Gründe, warum ich die ganze Geschichte überhaupt bei WMR erzählt habe. Meine Vermutung ist, dass ich vermutlich eh nicht irre viel erfahren werde: ich werde an meinem Projekt sitzen, über das ich nichts erzählen darf und bin darüber hinaus vermutlich meist eh genau so unwissend wie die Welt da draußen. Aber wir werden sehen.

  5. Diekmann kann man durchschauen, wenn man will. Wenn ein Hoodie-Foto macht, ist das nichts anderes als die Zurschaustellung seines Strebens nach Repräsentanz aller Bürger. Nicht umsonst ist er so fleißig mit Bildern in der Online-Welt unterwegs. Er will zeigen, dass ER Deutschland ist und hätte gerne, dass sein Käseblatt das auch wieder wird.

    Ich hoffe außerdem, dass das Thema Facebook nicht wieder so einen großen Raum im Podcast einnimmt, denn gerade der Umstand, dass gleichzeitig Twitter so stark (vielleicht zurecht) kritisiert und eine beabsichtigte Reduzierung der Nutzung kundgetan wurde, fand ich ziemlich bedenklich.

    Auch wenn ich Max das Einkommen und die Erfahrung in diesem Job uneingeschränkt gönne: Für mich ist Facebook nichts, was man auch nur irgendwie unterstützen sollte. Genauso übrigens wie die BILD. Ich habe meine persönlichen Konsequenzen schon vor mehreren Jahren gezogen und habe keinen Facebook-Account mehr und benutze nur noch Twitter als soziales Netzwerk.

    Übrigens denke ich, dass Foren immer noch sehr stark sind.

  6. Hallo,

    guter und spannender Podcast. Besonders gut hat mir gefallen, wie Max über sein FB Abenteuer Berichtet hat. Dazu erst mal Glückwunsch. Die Einschätzung von Max, dass eine Bewerbung bei deutschen Unternehmen vollkommen anders läuft, kann ich jedoch nicht Teilen. Ich denke das kommt auf die Größe des Unternehmens an. Meine Gesprächserfahrungen mit Firmen in Deutschland > 10000 Angestellte unterscheidet sich nicht von dem bei amerikanischen Firmen > 10000 Angestellte. Gerade bei den deutschen Firmen wird erwartet, dass man flexibel ist und nicht an seiner Tätigkeit hängt. Zum Beispiel müssen sich bei uns gerade alle Softwareentwickler neue Jobs im Unternehmen suchen (weil die Entwicklung nach Indien geht). Dabei Unterstützt die Firma jeden Mitarbeiter einen Job innerhalb des Unternehmens zu bekommen, weil die Leute gehalten werden sollen. Jedoch muss natürlich auch jeder flexibel sein. Krankenstation, Fitnesscenter, Kindergarten und Kantine (Mit allen möglichen Restaurants) usw. gibt es auch bei vielen deutschen Firmen. So groß ist der Unterschied nach meiner Meinung nach nicht mehr. Beide wollen die Mitarbeiter solange wie möglich am Arbeitsplatz halten und unterstützen die Selbstausbeutung des Mitarbeiters so gut sie können.

  7. Pingback: Nicht Facebook schmiert ab, sondern Twitter: Über Kaugummi-Dreck beim Kurznachrichtendienst | Ich sag mal

  8. Max, Glückwunsch zum neuen Job. Allerdings erinnere ich mich auch an deine “US kritischen” Bermerkungen/ Rants in diversen Sendungen.

    Ist dein Arbeitsbereich bei FB wirklich so einmalig, das du deine politische Haltung dafür über Bord würfst? Bzw. gibt es in Berlin/ Dtl./ Europa keine Firma, die ähnlich interessante Aufgaben bietet?

    • Ich habe auch sehr viele Deutschland- und Europakritischen Bemerkungen gemacht, ohne ausgewandert zu sein. Man muss seine politische Haltung nicht über Bord werfen um in einem Land zu leben.

        • Nein, wirklich nicht. Ich gehe davon aus, dass ich auch weiterhin Kritik an den USA üben werde, auch wenn ich da wohne. Ich ziehe da sicher nicht hin, weil ich das politische System da so doll finde und von all den Dingen um die ich mir so Gedanken mache ist das auch wirklich keiner.

          Ich finde den Gedanken auch irgendwie abwegig, ähnlich wie ein nicht ganz selten vorgetragenes Argument “ich will keine Kinder, die Welt ist schon überbevölkert.” Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Amerika ist nicht so wie es ist, weil zu viele linksliberale Europäer dahin ziehen.

          • “… linksliberale Europäer …”

            Ah, das “System von innen ändern” ist also der Plan 🙂

        • Merkwürdig? Er ist doch lediglich normal: Auf der anderen Seite über bedingungsloses Grundeinkommen philosophieren, gleichzeitig ins wohl “asozialste” der Wohlstandsländer zu ziehen. Jeder ist sich eben selbst der Nächste.

          Grundsätzlich bin ich bei leuten skeptisch, die das für sich “natürlich” ausschliessen.

  9. Bin ich der einzige, der moralische Bedenken bzgl. Arbeiten bei Facebook hat? Ich meine, man kann sich das mal eine gewisse Zeit anschauen, ist sicherlich eine interessante Erfahrung, während der man einiges lernt. Aber wirklich für längere Zeit dort arbeiten und diesem Unternehmen aktiv dabei helfen, noch größer und mächtiger zu werden?

    • Facebook ist ein Unternehmen das Menschen kommunizieren lässt und dabei Daten über diese sammelt. Ich sehe einige der Auswirkungen davon kritisch allerdings hat es auch sehr viele offensichtlich positive Auswirkungen. Ich halte Facebook für ein Unternehmen, das unter dem Strich die Welt besser und nicht schlechter macht. Deswegen habe ich keine moralischen Bedenken dort zu arbeiten.

  10. @Max: Glückwunsch!

    Ich arbeite bei der Konkurrenz in der Nähe. Mal ein paar Gedanken:

    1. Du kommst nicht mehr zurück – solltest Du eine “Greencard” bekommen. Ich kann mir eine Rückkehr nach Deutschland nicht vorstellen: Es gibt nicht einen einzigen attraktiven Arbeitgeber. Abgesehen davon wirst Du auf Linked-In von nun an mit Jobangeboten aus der Gegend bombardiert (ich bekomme zwischen 5 und 10 die Woche – ungefragt).

    2. Ich bin gespannt, wie sich dein USA-Bild verändert. Natürlich wirst Du in deinem näheren Umfeld jede Menge überzeugte Schusswaffenbesitzer haben. Du wirst Anhänger der Republikaner haben. Und das Erstaunliche: Die können das sogar konsistent und einigermassen schlüssig begründen.

    3. Wo wirst Du wohnen wollen? Als Stadtmensch – ich bin von Wien aus hingezogen – darf man nicht unterschätzen, dass das Valley “Land” ist. Ich habe mehrfach überlegt in die Stadt reinzuziehen, aber die Pendelei ist mir auch zu mühsam – ausserdem regt sich deutlicher Widerstand gegen die Pendler aus dem Valley (der Google-Bus kriegts im Augenblick ab…). Für mich was es eine enorme Umstellung.

    4. Wenn Du glaubst, dass Du jetzt in einer Filter-Bubble lebst, das wird ganz extrem werden: Nicht nur in der Facebook-Bubble, sondern auch im gesamten näheren (Google, VMWare, Microsoft, LinkedIn, Mozilla, Apple, HP, Intuit, …) und weiteren Umfeld (Oracle, Intel, AMD, Cisco) bis zu den ganzen Startups+Yahoo in SF selbst gibt es fast nur IT (und Stanford). Es ist echt unglaublich schwierig da auszubrechen.

    5. Ich denke Du wirst Schwierigkeiten bekommen, einen netzpolitischen Podcast weiter zu machen. Selbst als MA einer anderen Firma bekommt man durch Sozialkontakte und die Mitarbeiterfluktuation wegen der extremen Filterbubble im Valley sehr viel mehr von Facebook mit, als man so allgemein liest. Ich meine wie willst Du in Zukunft glaubwürdig über Datenschutz und Privacy diskutieren? Wie willst Du glaubwürdig über Twitter oder Google diskutieren? Wie glaubwürdig bleibst Du dabei? Ich kann mir nicht vorstellen, das Du das glaubwürdig hinbekommen kannst.

    6. Mit etwas Häme sehe ich es, dass es natürlich auch linke Gutmenschen, die auch gerne die NSA und die USA im allgemeinen bashen, bei der ersten Gelegenheit dem Ruf ins böse Musterland des Kapitalismus folgen.

    Viel Glück!

    • Danke! Mal schauen, wie weit ich in der Blase versinke, aber wenn du es aus der Blase heraus noch schaffst uns zu hören, dann scheint sie ja noch ein ganz klein wenig durchlässig zu sein. Das wohnen stellen wir uns im Augenblick am ehesten in San Francisco vor. Wobei ich mir über sowas noch gar keine Gedanken machen will, so lange die Sache mit dem Visum noch nicht klar ist.

      • Podcasts sind meine Ration deutsch. Ansonsten ist es schwer.

        Das Visum wirst Du schon bekommen: Ich habe noch keinen Fall erlebt, in dem das nicht funktioniert hätte. Hat Facebook gar kein “Auffang-Office” in Vancouver? Viele andere IT Firmen haben sich da Büros eingerichtet, in den sich die Visa-Anwärter versammeln.

        • Über Backups haben wir noch nicht geredet, ich vermute das kommt erst wenn es so weit ist. London würde sicher in Frage kommen, in Kanada gab es auch mindestens eins. Aber ich würde schon gern ins Mutterschiff und ins Valley.

          Ansonsten werde ich versuchen mich schon weiterhin auch über Themen in Deutschland weiter zu informieren. Wie gut das klappt werde ich dann sehen. 🙂

  11. Es ist doch nur konsequent, dass der einstige Facebook-Boykotteur nun bei Facebook arbeitet. Ganz klassische Lösung eines Moral Hazard.

  12. Pingback: Die Bedeutung von Twitter in Deutschland - Netzpiloten.de

  13. Pingback: Facebook ist tot, Twitter sowieso || 6.4.2014

  14. Wo war eigentlich die Ankündigung der Sendung im Hörsuppenkalender? Unter diesen Umständen wundert es mich nicht, dass keine Shownotes geschrieben werden. Oder muss ich jetzt etwa Facebook benutzen?

    • War recht kurzfristig. Aber stand zumindest ein bis zwei Tage vorher im WMR-Kalender. Keine Ahnung, ob er auch bei Hörsuppe war.

  15. Die Sektion über die Krimkrise: Wie diese ganze Geschichte auf Putin-Willkür reduziert, was für eine Allmacht Putin allseits zugetraut wird, finde ich schon belustigend. Sinngemäß: “Das Ganze hat dieser Putin echt geschickt eingefädelt, was für ein genialer Schachspieler”. Ist es nicht eine sehr naive Vorstellung, daß der Typ auf den Ablauf der Dinge wirklich so einen großen Einfluß hatte? Hier scheinen mir die typischen Kennzeichen unseriöser Verschwörungstheorien gegeben: Wenn man sich etwas irgendwie in seiner Phantasie ausmalen und so zurechtkonstruieren kann, daß es zu den eigenen Vorurteilen paßt, nimmt man es schon als Quasi-Wahrheit an.

    • Stimmt, hast recht. Das der unbestrittene Alleinherrscher Russlands irgendwas mit dem Einmarsch Russlands auf der Krim zu tun haben könnte ist selbst für unsere Verhältnisse eine zu abwegige Verschwörungstheorie.

      • Ich glaube nicht, dass er es so meinte.

        Meiner Meinung nach nutzt nur schnell und skrupellos die entstandene Instabilitaet der Ukraine fuer sich aus.

        Bei euch hoerte es sich durchaus so an, als waere die gesamte Ukraine-Krise ein genialer Masterplan Putins. Dahin zielte wohl der Einwand denke ich.

  16. Tja, das war’s dann wohl mit WMR. Seit einem Monat nix passiert, Max auf und davon und Michi schreibt ja (hoffentlich) sein Buch. Schade drum. Aber war eine gute letzte Sendung!

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