WMR130 – Die Lösung für besorgte Bürger: Wer Angst hat kricht ne Pille!

Wir haben uns dieses mal spontan und unter außerordentlichen Bedingungen zusammengerufen: Es war spät abends, niemand war besoffen, dafür war mspro erkältet. Und naja, was sollen wir sagen. Hat funktioniert. Wir haben mal eben die Lösung aller Probleme der Welt gefunden, also alles wie immer.

LINKS:
Google hat zugegeben, dass für Gmail individuell authorisierte Apps Mails mitlesen können.
Wikipedia: Differential Privacy
Zeitonline Kommentar zur Radikalisierung der CSU.
You are not so smart-Podcast mit einer guten Einführung in den Confirmation Bias.
Das Rokos Basilisk Gedankenexperiment auf Salon.com
Wikipedia: Dunning-Kruger-Effekt
mspro auf Wired.de über die Ideologie der Blockchain.
Wired.com über den Tezos Skandal

8 Gedanken zu „WMR130 – Die Lösung für besorgte Bürger: Wer Angst hat kricht ne Pille!

  1. Eine App zu autorisieren ist wie eine KK-Zahlung zu autorisieren. Niemand geht davon aus, dass das Unternehmen danach weiter damit shoppen geht.

    • Der Vergleich hinkt. Man gibt ja einer App Zugriff auf die eigenen Mails, damit sie dauerhaft darauf zugreift. Ich will meinen Mail Client ja schließlich dauerhaft nutzen und nicht nur ein mal.

  2. Wenn ich eine App autorisiere, dann soll nur die App auf die Emails Zugriff bekommen. Die Beschaffenheit der Zugangsdaten erlaubt es aber, dass jeder, der die Zugangsdaten erlangt, auf die Emails zugreifen kann. Das ist für die meisten überraschend. Ich gehe davon aus, dass das Unternehmen mit den Autorisierungscodes verantwortungsvoll umgeht.

    Nichts anderes gilt für Kreditkartendaten. Der Unterschied bei Missbrauch ist, dass das in dem einen Fall Kreditkartenbetrug ist und das andere gerne als ein Fall von “making the world a better place” verkauft wird. Unternehmen, die in diesem Graubereich agieren, haben wenig zu befürchten, da ein Datenmissbrauch vom Betroffenen kaum erkannt und noch weniger nachgewiesen werden kann.

    • Ja, jeder der deine Zugangsdaten hat kann auf deine Mails zugreifen. Keine Ahnung, für wen das überraschend ist, aber es lässt sich nun mal nicht verhindern. Ich sage gar nicht, dass ich dieses Verhalten gut finde, aber ich verstehe nicht, wie man Google daraus einen Strick drehen kann. Du machst ja auch nicht deinen Vermieter verantwortlich, wenn du jemanden deinen Wohnungsschlüssel gibst und der dann eine wilde Party darin veranstaltet.

    • Der Kreditkartenvergleich hilft uns nicht weiter und ist vielleicht sogar Teil Problems. Genauso wie es falsch ist Google dafür zu kritisieren, dass ein E-Mail-Client nunmal Zugriff auf E-Mails hat. Im Gegensatz, ich finde diese zwanghafte Fokusierung und schlechten Vergleiche führen nur dazu, dass der User nach der Berichterstattung genauso unaufgeklärt ist wie zuvor. Die kritisierten Apps unterstützen meist auch den Login per IMAP-Zugangsdaten. Da bekommt man dann kein Hinweisfenster von Google und es lässt sich auch nicht so einfach widerrufen ohne das Passwort zu ändern.

      Das Problem ist vielmehr die Vermischung von Desktop- und Cloud-Apps, die irgendwo in den Datenschutzerklärungen mal erwähnt wird. Dass wir einfach irgendwelchen Apps aus dem App Store unsere Zugangsdaten zuwerfen, zum E-Mail Postfach, womit man im Normalfall quasi Zugriff auf alles hat. Und natürlich auch, dass Nutzer unterschiedliche Erwartungen haben und das Geschäftsmodell so funktioniert oder vielleicht sogar einfach unbedacht weiterempfohlen wird an Nutzer, die sich viel weniger über die Auswirkung im Klaren sind.

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