WMR160 – Umgekehrtes Shitsandwitch

Und es war Sommer … nach langer, langer, langer Zeit mal wieder eine Draußenfolge, von Max’ Terrasse. Michi bringt edles Gesöff mit und damit wird die Lage der Welt etwas aushaltbarer. Es geht – natürlich – um Corona, natürlich um die WWDC und natürlich um Trump.

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2 Gedanken zu „WMR160 – Umgekehrtes Shitsandwitch

  1. Was die Labore angeht ist auch hier einiges durcheinander geraten.
    Ich denke alle patientenversorgenden Labore bieten eine digitale Anbindung an ihre Auftraggeber (Ärzte und Krankenhäuser) an. Das umfasst das Order Entry und die Befundübermittlung. Der Benutzer kann oft direkt aus dem Krankenhausinformationssystem (KIS) bzw. Arztinformationssystem (AIS) Tests anfordern und Befunde einsehen. Es gibt aber sicherlich auch ein paar Ärzte die auf ihr Papier und die Faxe nicht verzichten möchten. Die Labore sind Dienstleister, die machen das was der Auftraggeber möchte, elektronisch ist aber für sie (und letztlich auch Arzt/Klinik) am einfachsten, wird entsprechend beworben und hat sich auch weitgehend durchgesetzt. Gibt auch Apps fürs iPhone damit der Arzt von heute auch beim golfen Labore kontrollieren kann.
    Das Befunde an Patienten zugestellt werden ist allgemein eher unüblich. Normalerweise erfragt der Pat. die Ergebnisse beim Arzt oder der Arzt meldet sich. Was Covid19 angeht gibt es dafür auch ausserhalb der Corona Warn App inzwischen Lösungen.
    Das hier läuft z.B. schon: (PM des Anbieters der Software)
    https://www.ixmid.com/aktuelles/corona-ja-oder-nein-schnelle-gewissheit-mit-ix.connect-corona-auf-dem-smartphone

    Das Problem hier ist, dass die Schnittstellen die hier zum Einsatz kommen vielfältig sind und fast alle dem jeweiligen Softwareanbieter gehören. Das ist auch, was im wesentlichen einer Anbindung der Gesundheitsämter im Weg steht und weshalb das RKI eine Schnittstelle die für Antibiotika Resistenzen gedacht war für Covid19 nutzt. https://ars.rki.de/Content/COVID19/Main.aspx
    Aber DEMIS (Deutsches Elektronisches Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz) kommt wohl bald.

    Der QR-Code ist nicht einfach nur ein Zettel für die Labore, sondern die ID dahinter muss durch das gesamte Laborinformationssystem durchgeschleift werden und dann mit dem Ergebnis an die Telekom Server übertragen werden. Da muss wohl eine Menge Software angepasst werden.
    Am Ende soll der Pat. direkt beim Test den QR-Code scannen und dann direkt in der App sein Ergebnis angezeigt bekommen, mit einem Button drunter „jetzt Kontakte informieren“.

    Hier beschreiben das die Labore aus ihrer Sicht:
    https://www.alm-ev.de/files/site-files/Corona/Corona-Warn-App-Status-Laboranbindung-180620.pdf

    Die Anordnung einer Quarantäne ist eine freiheitsentziehende Maßnahme, ich habe Zweifel das eine SMS dafür ausreicht. Sie geht evtl. auch mit Entschädigungsansprüchen einher, daher auch der Brief. Zumal die meisten nach Erhalt der SMS wohl eh zum Hörer greifen würden.
    Im Bereich der Gesundheitsämter tut sich aktuell einiges, Berlin z.B hat SORMAS zur Kontaktverfolgung eingeführt. https://www.sormas-oegd.de/
    Alle Gesundheitsämter und das RKI sollen über DEMIS noch diesen Sommer an die Labore (und später auch an Ärzte und Kliniken) einheitlich elektronisch angebunden werden. Der komplette Meldeweg wird damit digitalisiert und alle Medienbrüche abgeschafft, zumindest in der Theorie. Erste Gesundheitsämter und Labore sind schon angebunden.
    https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Elektronische-Meldung-bei-SARS-CoV-2-Nachweis-per-DEMIS-aktiviert-410605.html
    https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/IfSG/DEMIS/DEMIS_node.html
    Die App ist lange nicht das einzige das gerade passiert, für DEMIS, SORMAS usw. Interessiert sich halt nur keiner.

  2. Ganz allgemein einmal ein Dankeschön für euren Podcast. Mittlerweile lausche ich eure meist sehr konstruktiven Gespräche überaus gerne.

    Glücklicherweise sind in eurer Sommerepisode die Mauersegler zu hören, die die passende Atmosphäre beitragen 🙂

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