WMR159 – Eins, zwei Polizei

Wir haben uns wieder lieb. Also auch körperlich. Zumindest genug, um wieder in einem Raum zu sein. Wir reden über die neue Entspanntheit bezüglich Corona und der zumehmenden Unentspanntheit gegenüber der Polizei.

7 Gedanken zu „WMR159 – Eins, zwei Polizei

  1. Kurz zur Demo in Berlin: Es gab später auch Flaschenwürfe und es hat ja anscheinend auch einen Journalisten erwischt. Und ich unterstelle jetzt einfach mal, dass nicht die Polizei mit Flaschen geworfen hat.
    Was ich nur sagen will: Das was die Polizei macht ist teilweise echt scheiße. Aber es kam bei euch so rüber, also ob von der anderen Seite gar nichts kommen würde.

  2. Lieber Max, soviel ich weiß, war deine Mutter während ihres gesamten Beamtenverhältnisses Mitglied einer Gewerkschaft. Kann es sein, dass das illegal war? Oder, dass du dich hier irrst.

  3. Ihr macht einen schönen, kleinen in die Kriminologie, wo ich mal einhacken will:
    1. Die Idee, dass Gefängnis und deutsches Strafrecht Disziplinierungs-fokussiert sei (Foucault) ist eine theoretische Erzählung (Foucault hat Rationalitäten nicht Realitäten analysiert). In der Praxis – sogar laut BVerfG-Urteil – sind „Schuldausgleich,
    Prävention, Resozialisierung des Täters, Sühne und Vergeltung für
    begangenes Unrecht […] als Aspekte einer angemessenen Strafsanktion bezeichnet“
    (BVerfG 21. Juni 1977, Rn. 210) – der Ausgleich von Schuld ist bei uns von zentraler Bedeutung bei Gericht/Strafe – und damit haben auch die abolitionistischen Strömungen kaum Wirkungen zur Abkehr vom Konzept Gefängnis gehabt.
    2. Es gibt inzwischen sehr ausführliche und gute Erklärungen, warum die Strafzahlen ab den 60ern bis in die 90er enorm gestiegen sind: In 60ern: Wachsender Wohlstand – mehr Sachen, die z.B. gestohlen werden können; Mehr Leute Arbeiten – weniger soziale Kontrolle in Nachbarschaft, kleinere Familienverbünde – weniger soziale Kontrolle, große Kohorte männlicher Jugendlicher; Später dazu: soziales Auseinanderdriften, ab 70er Wegfall/Reduzierung der Wohlfahrtsstaatlichen Systeme ohne, dass die kleinen sozialen Kontroll- und Auffangmechanismen gestartet/aufgelebt haben.
    3. Forschung zu den polizeilichen Demostrategien (und politischen Richtungen diesbezüglich) gibt es einiges. Spannend ist diesbezüglich, was Social Media da verändert. Beispiel G20 Hamburg https://g20.protestinstitut.eu
    4. Polizeigewalt lief gerade eine (ich glaube die erste) große wissenschaftliche Ergebung. https://kviapol.rub.de

  4. Hallo ihr beiden,

    ich find ja gut, wie ihr euch gegenseitig einfangt, wenn einer mal eine steile These formuliert. Und ihr sagt ja selbst gerne, wenn ihr euch mal in der Vergangenheit verran(n)t habt. Cool, cool, cool.
    Aber kaum sind die „Was bei Corona alles *safe* passieren wird“ Festspiele vorbei, widmet sich Michi wieder der VWL zu.

    China wird die weltgrößte Wirtschaftsmacht. Spätestens in 10 Jahren.

    Ich bin da etwas pingelig, sorry. Ähnlich wie zu bspw. virologischen Themen vorher, sag’ ich ja gar nicht, dass das grundfalsch ist, aber warum so eine Spekulation? Warum immer so einen Mantel der „bold prediction“.
    Und wenn schon Vorhersage, dann bitte richtig. Ein „spätestens in 10 Jahren“ kann ich in meinem Alter nicht mehr ernst nehmen. Ich spare mir den üblichen, „damals gab es folgendes iPhone noch nicht“ Vergleich. Aber wenn, wenn man sich bei solchen Aussagen nicht auf 3-4 Jahre „sicher“ ist, finde ichs bisschen albern.

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